Tarutino

Ankunft in Tarutino

Historische Ereignisse, erfordern besonderen Einsatz. Seinerzeit auf Recherche als Redakteurin für das Mitteilungsblatt des Bessarabiendeutschen Vereins e. V. führte mich, Christa Hilpert-Kuch, mein Weg im August des Jahres 2014 nach Bessarabien, zur 200-Jahrfeier nach Tarutino. Mit dem Flugzeug reiste ich von Hannover nach Chisinau und mit dem Bus weiter von Moldawien über die ukrainische Grenze nach Tarutino.

In der Ukraine im Jahre 2014, betrat ich ein Land im Kriegszustand! Kriegerische Auseinandersetzungen waren schon dem Jahre 2014 vorausgegangen und wechselten von den Rebellionen auf dem Maidan in Kiew zu den anhaltenden Kämpfen an der Ostgrenze mit Russland. Dunkle Schatten dieser Kriegsereignisse wirkten in die Feierlichkeiten „200 Jahre Tarutino“ hinein. Dennoch war an diesem Festakt „Tarutino 200 Jahre“, die heutige Bevölkerung mit einem großen Interesse und einer bewundernswerten Gastfreundschaft engagiert beteiligt. Historische Quellen berichten, dass im Budschak zehn umherziehende moldauische Hirten mit ihren Herden lebten. Diese hatten das Steppenland von der russischen Krone gepachtet und mussten es danach wieder zurückgegeben. In diesem Gebiet wurde im Jahre 1814 von der russischen Kolonialbehörde, neben Tarutino auch Borodino und Krasna als erste deutsche Gemeinde gegründet. Die deutschen Kolonisten kamen in eine nahezu menschenleere Steppenlandschaft. Wie in ganz Bessarabien spielten die Landwirtschaft und die Handwerksbetriebe dabei eine wichtige Rolle.  Zunehmend übernahm Tarutino eine immer mehr zentrale Funktion für die Bessarabiendeutschen.

Tarutino wurde das Zentrum der evangelisch deutschen Christen in Bessarabien.

Hier wurde das erste evangelische Kirchspiel gegründet, welches sich später zum Sitz des Oberpastors mit Konsistorium und der Synode der evangelisch-lutherischen Kirche in Bessarabien entwickelte. Diesem folgte die Entstehung des Bildungswesens. Auch zwei der drei höheren Schulen, die zum Abitur führten und damit einen direkten Zugang zur akademischen Bildung ermöglichten, waren in Tarutino. Ebenfalls wirtschaftlich entwickelte sich die Kolonie vielfältig. Erwähnenswert der große Pferdemarkt, der schon im Jahre 1912 über 12.000 Besucher anlockte und die bedeutende Textilindustrie mit der 1888 gegründeten Tuchfabrik Rudolf Bannasch sowie die Gründung der ersten „Deutschen Zeitung Bessarabiens“. Mit der Gründung des Deutschen Volksrates in Bessarabien im Jahre 1920, wurde Tarutino auch das politische Zentrum. Zahlreiche weitere Industriebetriebe, Brauerei, Färberei, Spinnerei, Gießerei, Dampfmühle, Ziegelei, Druckerei sowie Molkereien und Läden für Schuhe, Glas, Kurzwaren, Leder, Banken und Buchhandel im Einzelhandel, siedelten sich gefolgt von einem kulturellen Leben mit Sport- und Bildungsvereinen an. Durch die Umsiedlung der Deutschen aus Bessarabien, im Rahmen des Hitler-Stalin- Paktes, wurde der weiteren Entwicklung Bessarabiens durch deutsche Bewohner ein politisches Ende gesetzt.

Tarutino zur 200-Jahrfeier

Noch vor Beginn des offiziellen Festaktes wurde durch Pastor i. R. Arnulf Baumann mit einem Freiluftgottesdienst an die Besiedlung Bessarabiens und Gründung Tarutinos vor 200 Jahren, wie einst in der Steppe, erinnert. Er gedachte der Einwanderer und Gründer der ersten bessarabischen Gemeinden Tarutino, Borodino und Krasna und wie es ihnen nur durch die Kraft ihres Glaubens gelang, die Steppe urbar zumachen und die Gründung von weiteren 22 bessarabiendeutschen Muttergemeinden und über 120 Tochtergemeinden zu vollziehen. Die ankommenden Kolonisten erlebten:

Bessarabien ist auch – Gottes Erde“ und Gott ist auch in der Steppe für sie erreichbar. Gott ist überall. Mit diesem Wissen wurde ihnen der Himmel und die Steppe Bessarabiens „zur neuen Heimat“. Und ein weiteres Mal erfuhren sie Gott als Helfer und Beistand in der schwierigen Zeit ihrer Umsiedlung im Jahre 1940 und der schrecklichen Flucht 1945.

Heimatlied der Bessarabiendeutschen

   Festakt 200 Jahre Tarutino

Mit einer Schweigegedenkminute an die Gefallenen im Osten der Ukraine, eröffnete der Bürgermeister der Stadt Tarutino (Iwan Kurutsch 2014) im großen Kulturhaus mit Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Bevölkerung eine beeindruckende Jubiläumsveranstaltung. Mit Ansprachen, Ehrungen Tanz- und Musikbeiträgen, feierte ein sehr großer Teil der heutigen Bevölkerung gemeinsam mit denen aus Deutschland angereisten Gästen die Gründung „Tarutinos vor 200 Jahren“. Dabei wurde nichts vergessen, an alles wurde bedacht und entsprechend gewürdigt. Heute leben in Tarutino in den ehemaligen deutschen Häusern überwiegend Familien bulgarischer, russischer und ukrainischer Herkunft. Ihr Interesse an der Vergangenheit deutscher Geschichte ist groß.

Hoch oben am Hang schaut der deutsche Friedhof direkt auf Tarutino hinunter. Hier ruhen unsere Ahnen. Bei einem Besuch bin ich hocherfreut über die vielen Grabsteine mit Inschriften ehemaliger deutscher Kolonisten.

Friedhof der Ahnen

Ich lernte Tarutino als eine offene, bunte und lebendige Stadt mit vielen freundlichen Menschen kennen. Bei einem Gang durch den Ort am Tage vor dem Jubiläum, hatte ich sehr viele wunderbare Begegnungen mit der Bevölkerung. Einen großen Teil dieser liebenswerten Menschen traf ich am Jubiläumstag, zur unserer gemeinsamen Freude wieder. Für mich klang ein gemeinsamer Tag mit der heutigen dort lebenden Bevölkerung erst am späten Abend fröhlich aus.

KolonistenhausHeutige Bevölkerung in Tarutino

Ehemaliges Kolonistenhaus mit original Hofmauer

Wenn ich mich zu fortgeschrittener Stunde aufmachte meine Schlafstätte außerhalb des Hotels aufzusuchen, führte mich stets mein Weg unter Millionen von strahlenden Sternen, Sterne zum Greifen nah, durch den Ort Tarutino. Noch heute habe ich dieses nächtliche Himmelszelt Bessarabiens vor meinen inneren Augen. Unauslöschlich, im Gedenken an meine Ahnen, wirkt es in mir nach.

Der Himmel über Bessarabien

Der Himmel Bessarabiens am Tage

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Bessarabien: Wirtschaftswunder-Landwirtschaft mit 82 Prozent der Bevölkerung

Die bäuerlichen Wirtschaftsbetriebe durchlebten unsägliche Not

dennoch machten sie Bessarabien zur „Kornkammer Europas“

Der Landwirtschaft in Bessarabien „Ehre und Anerkennung“

S. u. Auszug aus meinem Vortrag in Verden/Aller, am 10. Dez. 2017.

Christa Hilpert-Kuch

Bessarabien: Wirtschaftswunder-Landwirtschaft mit 82 Prozent der Bevölkerung. Völlig im Zeichen der Landwirtschaft, stand die wirtschaftliche Gliederung in Bessarabien. Für die einzelnen Handwerke und die spätere Industrialisierung in Bessarabien legten die Erfahrungen und Entdeckungen des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts den Grundstein. Im Jahre 1930 bei einer Berufszählung waren 82% der bessarabischen Bevölkerung hauptsächlich in der Landwirtschaft tätig und übten teilweise begleitend oder hauptberuflich verschiedene handwerkliche und industrielle Berufe aus. Es folgte das Handwerk mit 12.8 Prozent, die Industrie mit 1,99 Prozent, geistige Berufe mit 1,60 % und der Handel war mit 0,85% vertreten.

http://www.bessarabien.blog/schwarzmeerdeutsche/

Der bäuerliche Wirtschaftsbetrieb

 

In Bessarabien war Landbesitz nicht nur Lebensquell, sondern auch Statussymbol. Bessarabien: Wirtschaftswunder-Landwirtschaft mit 82 Prozent der Bevölkerung. Einen der ältesten und lebenswichtigsten Wirtschaftsbereiche stellte auch dort die Landwirtschaft dar. Sich selbst mit den Bedürfnissen des Tages zu versorgen ist die Aufgabe der Urwirtschaft eines Volkes. Was Kleidung, Nahrung und Wohnung anbelangt, ein breites Feld. Das mit Hausfleiß oder Hauswerk umschriebene primitive industrielle Betriebssystem, welche der Kleinindustrie zuzuordnen ist, wurde die tragende Säule in Bessarabien. Durch die Vielfalt der bäuerlichen Erzeugnisse erforderte sie vom Bauern und seiner gesamten Familie ein hohes Kenntnismaß sowie einen hohen körperlichen Einsatz. Die bäuerliche Vielfalt machte Kinderarbeit unumgänglich. Mit der Erzeugung von Rohstoffen durch die Landwirtschaft wurde die Herstellung der für die Bekleidung, hauptsächlich aus den tierischen Produkten wie Leder, Pelz und Wolle sowie dem aus Flachsfasern hergestellten Leinen notwendige Produkte für die Menschen ermöglicht.

In der Landwirtschaft war von frühmorgens bis spätabends Saison. Dieses erforderte den ganzen Einsatz der Bauern und Bäuerinnen.

Bessarabien: Wirtschaftswunder-Landwirtschaft mit 82 Prozent der Bevölkerung.

Bepackt mit dem benötigten Pferdefutter, mit dem Saatkorn, dem Dreischarpflug, der großen Egge mit eisernen Zinken und einem großen Wasserfass ging der Bauer im Frühjahr mit zwei Pferdewagen auf die teilweise 20 Km entfernten Felder. Sorgfälltig war in der Steppenkiste das Essen für einen ganzen Tag verpackt. Der getöpferte Milchkrug und der Weinkrug durften nicht fehlen.

Nach einem harten Arbeitstag kamen des Abends todmüde der Bauer, die erwachsenen Söhne und die Knechte vom Felde zurück. Der Hofhund erkannte am Klang des Kolonistenwagens das Nahen seines Herren, und sein Bellen kündigte der Bäuerin das Kommen ihrer Leute an.

Nach dem Abendbrot hatten der Vater und die Söhne noch einiges zu tun. Für den nächsten Tag musste das Saatgetreide gerichtet, die Ackergeräte, das Pferdegeschirr und die Wagen überprüft und notfalls in Ordnung gebracht und die Pferde versorgt werden. Zur Ruhe kam man erst spät abends.

Bessarabien: Wirtschaftswunder-Landwirtschaft mit 82 Prozent der Bevölkerung. Gerste, Mais, Senf, Hafer, Sommerweizen, Sonnenblumen, Rizinusbohnen und Soja sowie Klee und anderes Grünfutter als Frühjahrssaat brachte der Bauer in wenigen Wochen in den Boden.

Viele Arbeiten in Hof und Garten und das Schneiden der Weinreben waren zwischendurch auch noch zu erledigen. Dreimal umgesetzt, getrocknet und für den Winter als Brennmaterial eingeschobert werden musste derweil der Mist, nachdem er zuvor ausgebreitet, gewalzt und später gestochen und aufgestellt wurde.

Schon im zarten Alter von sechs Jahren wurden die kleinen Jungen und auch die Mädchen zur Feldarbeit herangezogen. Durch die Pflanzenreihen mit dem Welschkornpflügele lenkten sie als Ausreiter ihr Pferd.

Die härteste und schwerste Zeit des Jahres war für den Bauern die Dreschzeit.

Wenn Anfang Juli die Getreideernte begann die Getreideernte, surrte und ratterte die Mähmaschine den ganzen Tag. Die Pferde wurden ausgewechselt, denn die Maschine musste unentwegt im Einsatz sein. Über drei bis vier Wochen wurden pro Tag etwa vier bis sechs Hektar gemäht.

Das Rollen der hinausfahrenden Erntewagen, auch Harbiwagen genannt, fing schon frühmorgens um zwei Uhr an. Um 7.30 Uhr morgens kamen die Erntewagen hochbeladen gemächlich wieder in den Hof hineingefahren.

Bessarabien: Wirtschaftswunder-Landwirtschaft mit 82 Prozent der Bevölkerung. An dem Dreschtag wurde das Getreide am Dreschtag auf dem Dreschplatz ausgebreitet und mit drei Dreschsteinen von je zwei Pferden gezogen und ausgedroschen. Mit Dreschsteinen hat sich das herkömmliche Dreschen bis zur Umsiedlung in vielen Gemeinden gehalten. Jedoch schon vor dem Ersten Weltkrieg wurde auch die Dreschmaschine eingeführt, was zu einer wesentlichen Verkürzung der Dreschzeit beitrug.

Die ersten Weintrauben waren schon Anfang August reif, Mitte Juli die Wasser und Zuckermelonen. In der Glut konnten auch in dieser Zeit die ersten Maiskolben gebraten oder in Salzwasser abkocht genossen werden.

Im September nahm für zehn bis zwölf Tage die Kürbis und Mais- (auch Welschkornernte genannt) in Anspruch und daran schloss dann direkt die Weinernte an.

Bessarabien: Wirtschaftswunder-Landwirtschaft mit 82 Prozent der Bevölkerung. Um das Ausbringen der Wintersaat in den Boden und das Umpflügen der Stoppelfelder musste sich der Bauer vor Wintereinbruch kümmern.

Kalte Winter in Bessarabien brachten schon Anfang Dezember den ersten Schnee. Vom reichen Schneefall hing eine gute Ernte ab, denn er schützte die Wintersaaten vor dem Ausfrieren und sicherte außerdem die notwendige Bodenfeuchtigkeit.

Auf keinem Bauernhof durfte der Hofhund fehlen. Ein guter und treuer Hüter von Haus und Hof und für die Kinder ein Freund und Beschützer.

Mit einer großen Gänseschar waren die Bauernhöfe ebenso bevölkert. Meist waren es 30-60 Stück an der Zahl. Praktisch erfolgte die Gänsehaltung wegen der Federn und Daunen.

In fast allen Familien wurden in Bessarabien auch Hühner, bis zu teilweise 100 Stück, in Bessarabien gehalten. Die Hühnerhaltung bildete einen Nebenzweig des Landwirtschaftlichen Betriebes.

 

Adventstreffen der Bessarabiendeutschen im Niedersachsenhof

Stolz auf die Wurzeln

Adventstreffen der Bessarabiendeutschen im Niedersachsenhof

 

Adventstreffen der Bessarabiendeutschen im Niedersachsenhof                                  Valeri Skripnik mit Christa Hilpert-Kuch, Edwin Kelm und Adrian Mohr (v.l.).

http://www.bessarabien.blog/was-unsere-ahnen-alles-konnten-2/

Verden – Adventstreffen der Bessarabiendeutschen im Niedersachsenhof
„Was unsere Ahnen alles konnten“, hatte Christa Hilpert-Kuch, Vorstandsmitglied des Bessarabiendeutschen Vereins, Stuttgart, als Motto über das vorweihnachtliche Treffen der Mitbürger mit bessarabischen Wurzeln gestellt  Ihrer Einladung in den Niedersachsenhof waren wieder viele gefolgt. Grußworte sprachen der Vorsitzende des CDU-Kreisverbands Verden und stellvertretende Landrat, Adrian Mohr, sowie die stellvertretende Bundesvorsitzende des Bessarabiendeutschen Vereins, Erika Wiener. Als besonderen Gast begrüßte Hilpert-Kuch Dr. h. c. Edwin Kelm, Ehrenbundesvorsitzender der Bessarabiendeutschen, aus Süddeutschland

Kelm wurde 1929 in Friedenstal/Bessarabien geboren. Er trug viel zur Völkerverständigung zwischen Deutschland und der Ukraine und Moldawien bei. Bereits 1966 machte er seine erste Fahrt mit seinem privaten Auto nach Bessarabien. Bis heute begleitete er viele tausend Heimwehtouristen in ihre Heimatgemeinden und in die ersten Ansiedlungsgebiete in Polen.

Kelm bekleidete das Amt des Bundesvorsitzenden der Bessarabiendeutschen Landsmannschaft von 1982 bis 2004.

„Botschafter der Versöhnung“

Als „Brückenbauer des Friedens“ und „Botschafter der Versöhnung“ https://www.facebook.com/u/0   hat er sich einen Namen gemacht. Viele humanitäre Projekte in Bessarabien tragen seine Handschrift. So kaufte er sein Elternhaus in Friedenstal und baute es 2016 zur Diakoniesozialstation für die heutige leidende Bevölkerung um. Daneben realisierte er viele weitere soziale Projekte. Kelm ist Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande.

In seiner bewegenden Rede berichtete der Ex-Bundesvorsitzende vom Leid der Bessarabier, als Hitler 1940 die Umsiedlung nach Polen „Heim ins Reich“ befahl. Seine Mutter habe laut geweint, als sie vom „Geschenk“ des Führers, einen Bauernhof in Polen erfuhr, erinnerte sich der 88-jährige.

Bilder und Geschichten aus vergangenen Tagen

Nach der Umsiedlung erlebte Kelm als 16-jähriger die schreckliche Flucht. Er musste miterleben, wie sein Vater neben ihm erschossen wurde. „Wenn ich überlebe, will ich etwas für Frieden und Völkerverständigung tun“, nahm er sich damals vor. Dieses Versprechen hat er eingelöst. In Begleitung seines Mitarbeiters Valerie Skrikpnik reist Kelm noch heute oft nach Bessarabien. Vor kurzem erste hat er dort einen Gedenkstein für die aus Bessarabien Geflohenen aufgestellt.

Anschließend las Christa Hilpert-Kuch (siehe mehr unter: http://www.bessarabien.blog/was-unsere-ahnen-alles-konnten-2/  ) aus dem 1934 von Dr. Gottlieb Hahn in Bessarabien verfassten Buch „Die deutschen Bauernsiedlungen am Schwarzen Meer“. Der Autor schildert geschichtliche und wirtschaftliche Zusammenhänge von der Ansiedlung bis zum Jahre 1934 im gesamten Schwarzmeergebiet. Hilpert-Kuch unterlegte die Lektüre mit vielen eindrucksvollen Bildern aus Bessarabien, die vom Leben der deutschen Völkergruppe im damaligen Russland erzählt.

Ahnen haben Unglaubliches geleistet

„Ich hoffe, dass auch Sie am Ende der Veranstaltung voller Stolz auf Ihre eigenen bessarabiendeutschen Wurzeln schauen werden, denn Ihre Ahnen haben Unglaubliches geleistet und auch erreicht“, betonte Hilpert-Kuch.

ahk

Fotogalerie erklärt – mit selbstredenden Fotos

Musikerfoto unten: An der Gitarre: Elisabeth Moritz, an der Harmoschka:  Helmut Schulz

Weinverkauf: Moldawische Weine werden von  Monika und Robert Weiß feilgeboten

Adventsbasar: Hilde Leder präsentiert handgearbeitete Geschenkideen

Stehend: Christa Hilpert-Kuch mit ihrer Assitentin, Tochter Kathrin Leonard

 

Für einen umfassenden Einstieg in sein Ahnen- Thema- Krasna empfiehlt Otto Riehl: http://ofb.genealogy.net/krasna/

Über den elterlichen Handwerksbetrieb in Paris/Bessarabien spricht:                Heinz Moritz

                                  

Bessarabiendeutsche Sitten: CDU Landtagsabgeordneter referierte in Verden

Christa Hilpert-Kuch

Bessarabiendeutsche-Sitten und Gebräuche- Themen-Adventsveranstaltung im Hotel Niedersachsenhof in Verden/Aller,

am 3. Advent 2016

Im Dez. 2016, von Christa Hilpert-Kuch

 

Mehr als 120 Personen folgten der Einladung zur Themenveranstaltung über bessarabiendeutsche-Sitten und Gebräuche im einstigen Bessarabien nach Verden.
Viele neue bessarabiendeutsche Nachkommen aber auch Bessarabien – Interessierte aus dem weiteren Umfeld des Landkreises nahmen an der Veranstaltung teil.

In ihrem Vortrag über bessarabiendeutsche-Sitten und Gebräuche verband die Initiatorin, Christa Hilpert-Kuch, die Weihnachtszeit mit zwei besonderen Tatsachen, welche die maßgeblichen Voraussetzungen bei der raschen Entwicklung und Bildung der geltenden Bessarabiendeutschen-Sitten und Gebräuche darstellten.

Es waren die für die deutschen Kolonisten geltenden Ansiedlungsvorschriften einer ausländischen Kolonie und und ihre streng religiöse Grundhaltung der eingewanderten Pietisten aus Deutschland.
Die Kirche war der Hüter und das Machtzentrum, sodass sich bessarabiendeutsche-Sitten und Gebräuche aus der Urheimat Deutschland in Bessarabien entfalten konnten und zu diesem festen Gemeinschaftswesen führte.
Für ein sicheres und friedliches Zusammenleben mit anderen Völkerschaften war dieser Sachverhalt die wichtigste Säule und stand in enger Verbindung mit dem Kreislauf des Lebens, dem bäuerlichen Arbeitsjahr oder mit dem Ende des Kirchenjahres an Weihnachten.
Das Lebensglück im Gemeinwesen der Kolonistendörfer wurde für den Einzelnen vorrangig durch den monetären Status seiner Herkunftsfamilie bestimmt und stellt für Hilpert-Kuch in vielen erzählten Erinnerungen den wesentlichen Unterschied dar.
Sie würde es sehr begrüßen, wenn sie vermehrt in die Lebensgeschichten der weniger Betuchten, der Abseitsstehenden, aber eigentlichen breiten bessarabischen Bevölkerungsmasse, der so gepriesenen „Tüchtigen und Frommen Leute“, des Bauern und Handwerkervolkes schauen dürfte.

Bessarabiendeutsche-Sitten und Gebräuche

Informationen darüber bittet sie über: www. bessarabien.blog oder an hilpert1@gmx.de.

Stärker als Gesetzesparagraphen prägen „Sitten und Gebräuche“ Lebensformen und wirken im Zusammenleben der Völker  bestimmend.
So nehmen Wertevorstellungen religiöser Menschen eine wichtige gesellschaftliche Rolle ein.
In dem so arbeitsreichen Leben der Familien in Bessarabien waren die Weihnachtsfeiertage ein ganz besonderer Höhepunkt.
Die Vorfreude auf ihr schönstes Fest des Jahres half das für die große Mehrheit schwere Leben zu ertragen und über so manches Leid innerhalb des Jahres hinweg. Dann konnte man ausruhen und die Verwandten besuchen, gutes Essen kochen und Kekse für die Liebsten backen. Dafür wurde wirklich in vielen Häusern gespart! Wenigstens an Weihnachten wollte man füreinander da sein. Man machte gern Ausflüge mit dem Pferdeschlitten und Besuche von Haus zu Haus. Aber vor allem war es ein Fest für ihre in großer Anzahl vorhandenen Kinder. Wenngleich das Angebot an Spielzeug nicht so reichhaltig war und so aufwendig wie bei uns, so gab es doch viele Dinge die ein Kinderherz erfreuten. Puppen, Tiere aus Porzellan und Stoff, Wiegen, kleine Möbel und vieles mehr…
Für den kleinen Buben von vier bis sechs Jahren sei das Reitpferd der höchste Wunschtraum gewesen. Mit großer Ausdauer und Liebe wurde so ein Pferd entweder vom Vater selbst oder unter Mithilfe eines geschickten Bastlers aus Holz gefertigt und dann mit Kalbsfell bezogen.
Ebenfalls echt waren die Kammhaare.

Bessarabiendeutsche-Sitten und Gebräuche

Seit vielen Jahren bestehen zu dem heutigen Bessarabien der Westukraine und Moldawien freundschaftliche Beziehungen.
Viele Hilfsprojekte und kulturelle Initiativen wurden von der Seite der Bessarabiendeutschen ins Leben gerufen.

Beispielhafte Projekte sind unter anderen:
Die Wiederherstellung der Kirche von Albota und Sarata, auch der Dom in der Steppe genannt, oder der Aufbau und die Eröffnung des interaktiven Friedenstaler Bauernmuseums. Seit Neuestem und nicht zu vergessen, der Umbau des Elternhauses von und durch Dr. Edwin Kelm zu einer Diakoniesozial- und Krankenstation, mit einer großen Einweihungsfeier im Oktober 2016 für Friedenstal.
Moldawien hat heuer nach 25 Jahren eine gelunge dauerhafte und zuverlässige Beziehungen zur Europäischen Union aufgebaut.

Nur allzu gern würde die Ukraine den gleichen Weg einschlagen. Das ganz westlich gelegene Bessarabien ist immer noch ein sicheres Reiseland, trotz der Unruhen im Osten.

Das kleine Orchester im Hotel Niedersachsenhof unter Leitung von Helmut Schulz, mit Elisabeth Moritz an der Gitarre, Christa Hilpert-Kuch an der Mundharmonika, Erwin Becker an der Trompete und Helmut Schulz an der Harmoschka sorgte im Laufe des Nachmittags immer wieder mit weihnachtlichen Klängen für festliche Stimmung.
Nach dem gemeinsamen Lied „Ihr Kinderlein kommet“ richtete die Inintiatorin Hilpert-Kuch die Aufmerksamkeit der Teilnehmer auf den Gastredner: „Adrian Mohr“.

Die Ansprache über bessarabiendeutsche-Sitten und Gebräuche des CDU-Landtagsabgeordneten Adrian Mohr bildeten den Mittelpunkt dieser Veranstaltung.

Mohr gab sich als bessarabiendeutscher Nachfahre zu erkennen.
Seine Heimatgemeinde in Bessarabien ist Neu Borodino. Der Politiker kam in Begleitung seiner aus Bessarabien abstammenden Mutter und las aus den Kindheitserinnerungen über „Weihnachtliche Sitten und Gebräuche“ der Bessarabiendeutschen von Christian Fiess.

Die Zuhörer erfuhren von Mohr über bessarabische-Sitten, dass die Weihnachtszeit eine ereignisreiche und geheimnisvolle Zeit war. Bereits im Oktober seien Gänse und Schweine für das Fest geschlachtet worden. Im Dezember wurde wirklich einen ganzen Monat mit dem großen Backofen gebacken und gekocht. In jedem Haus duftete
es nach Weihnachten, denn bis zu 15 Sorten Beigeles wurden in der Weihnachtsbäckerei hergestellt.
Einen Adventskranz hätten die Bessaraber damals nicht gehabt. Die Weihnachtsgeschenke von „Doda und Döde“, den Paten, wurden von den Kindern sehnsüchtig erwartet.

Auf den Tannenbaum wollte man aber nicht verzichten.
Der Anblick des glanzvoll geschmückten Weihnachtsbaumes in der Kirche oder Zuhause verzauberte die Kindergesichter und ließ diese hell erstrahlen.
Das erscheinen des Christkinds mit seinem weißen Kleid und Schleier war der Höhepunkt des Heiligen Abends und wurde sehnlichst herbeigesehnt, denn er läutete die Bescherung ein.
Rasselnde Kettengeräusche draußen vor der Haustür trieben so manchem Kind große Schauder über den Rücken.                                                                                       Es war der gefürchtete Pelzmärte – „ein wirklich roher Geselle“. Den braven Kindern legte  der Äpfel und Nüsse unter das Fenster. Erst wenn die Kinder seinen Besuch unbeschadet überstanden hatten konnten sie aufatmen und sich mit großer Freude ihren Geschenken und all den Kostbarkeiten, wovon man das ganze Jahr geträumt hatte, hingeben.
Der erste Weihnachtstag sei geprägt von Gottesdienst und Krippenspiel der Schüler gewesen. Am zweiten und dritten Weihnachtstag besuchte man sich gegenseitig und bewirtete die Gäste mit allem, was das jeweilige Haus hergab.

Im Rahmen ihrer Arbeit als Delegierte des Bessarabiendeutschen Vereins informierte und warb Christa Hilpert-Kuch, als Dozentin an der Volkshochschule, für die Teilnahme an zwei Kochkursen für Bessarabische Spezialitäten, wie Strudla und Peffersoß und Dampfnudla und Krautkartoffelsalat, im März 2017, in der Küche der Kreisvolkshochschule www.kvhs-verden.de, Verden/Aller.

Russlands Zarin Katharina-die-Große II. und Zar Alexander I.

Festung Akkerman, am Liman am Schwarzen Meer

Festung in Bilhorod-Dnistrowskyj (im Budschak, Bessarabien, Ukraine)

Katharina-die-Große-und-Alexander-I

 Vorwiegend Handwerker und Bauern (gute und errahrende Landwirte) wurden mit besonderen Privilegien im Jahre 1763 durch die Zarin Katharina-die-Große II. und im Jahre 1804 durch ihren Enkel Zar –Alexander-I, in die den Türken und  Krimtataren entrissenen und verödeten Regionen am Schwarzen Meer und an der Wolga, zur Ansiedlung gerufen. In der Landwirtschaft unkundige Einwanderer, wie z. B. Studenten und Offiziere durften unter der Kolonisation von  Alexander dem I. ab dem Jahre 1804 nun nicht mehr einreisen.

Katharina-die-Große-und-Alexander-I: Gezielt suchte er die Einwanderungswilligen nach deren Fähigkeiten und Kenntnissen für eine vorherrschend rationelle Landwirtschaft aus. Die allgemeine Viehzucht, insbesondere die Zucht der besten Schafrassen spielten neben dem Anbau von Wein- und Obstplantagen neben der Einberufung ebensolch tüchtiger Handwerker eine vornehmliche Rolle, in seinem Aufruf im Jahre 1804. Um den Export der Produkte über den Wasserweg anbieten zu können, plante er die Ansiedlung in Gegenden naheliegender Seehäfen. Erst später sollte in das Innere des Landes vorgedrungen werden.

Katharina-die-Große und Aleander I

Zugeständnisse wie Grund und Boden, Freiheit von Abgaben, Befreiung vom Militärdienst, Selbstverwaltung und Religionsfreiheit, liessen sie zu Zehntausenden, vor allem aber aus dem deutschen Westen, Südwesten und aus Preußen nach Russland hineinströmen.

Katharina-die-Große-und-Alexander-I:  In diesem Zuge stellte Alexander der I. im Gouvernement Cherson den zu gründenden deutschen Kolonien 263 000 Desjatinen Land zur Verfügung. In Taurien 213 000 und im Gouvernement Jekaterinoslaw nur 55000 Desjatine, wegen der weiteren Entfernung zum Meer, und in Bessarabien 180 000 Desjatinen..

So entstanden in den Jahren durch die Einwanderung von 1804 bis 1822 große deutsche Bezirke, ein gewaltiges Gebiet.Es erstreckte sich ab nördlich der Donau bis hinaus an den Golf von Taganrog und hinauf zur Wolga. Abseits dieser Gebiete wurden im Kaukasus sieben Kolonien mit 486 Familien gegründet

Die Auswanderung der Deutschen im 18. und 19. Jahrhundert

Was trieb die Menschen zur Auswanderung und ließ sie dem Ruf des Zaren nach Russland folgen?Zu den großen Auswanderungsströmen zählten politische und wirtschaftliche Gründe. Kriegsbedingte Missernten mit steigenden Getreidepreisen und eine Überbevölkerung führten zu regelrechten Hungersnöten in Europa. Ein weiterer Beweggrund zur Auswanderung stellten die Kirchenreformen dar.

In Württemberg wurde im Jahre 1791 das Gesangbuch auf nur noch 29 alte Lieder reduziert und im Jahre 1809 die Liturgie geändert. Dieses wurde als großer Eingriff in der Ausübung ihrer Religiösität wahrgenommen. Bei Unruhen in den Gemeinden musste im Jahre 1800 das Militär eingreifen um die öffentliche Ordnung wieder herzustellen.

Der Lockruf Zar Alexander-I erreichte die Menschen in ihrer Not und war das Startzeichen für eine große Auswanderungswelle. Zur Besiedlung Bessarabien-s rief Zar Alexander-I im Jahre 1812 nach dem Sieg Russlands über die Osmanen.

Karte:  Osmanisches Reich

Es folgten in den Jahren von 1828 bis 1829, 1853 bis 1856 und 1877 bis 1879  drei weitere Kriege in den schwierigen Ansiedlungsjahren. Diese betrafen auch die bessarabische Bevölkerung.

In der menschleeren, baumlosen Steppe hausten noch Wölfe und verschiedene heimtückische Schlangen. Reisemüde und heimwehkrank lagerten sie im mannshohen Steppengras, schlugen ihre Zelte auf oder gruben Erdhütten. Infolge Entbehrungen, schlechten Quartiers und ungewohnten Klimas, brach die Ruhr aus und grassierte in erschreckender Weise unter den Ansiedlungen. So dass im Frühjahr 1806 von 65 Familien nur noch 29 und diese nicht vollzählig übrig blieben. Epidemien und Seuchen rotteten im Jahre 1829, mit der großen Pest und im Jahre 1855  mit der Cholera und Viehseuche bei großer Dürre,  teilweise ganze Familien aus. Entbehrungen und unsägliches  Leid musste die erste und zweite Generation der Siedler ertragen

Trotz der großen Schwierigkeiten, die sich den Einwanderern in den Weg stellten, gelang es ihnen doch in der Steppe Fuß zu fassen. Die ersten Mutterdörfer in Bessarabien im nördlichen Raum Odessas waren Tarutino, Krasna und Borodino. Diese wurden von den Erstsiedlern im Jahre 1814 gegründet. Nach den ersten drei Kolonien folgten bis zum Jahre 1842 weitere 22  Neugründungen von Mutterdörfern.

Die 25 Mutterkolonien in alphabetischer Anordnung: Alt-Elft, Alt Postal, Arzis, Beresina, Borodino, Brienne, Dennewitz, Friedenstal, Gnadental, Hoffnungstal, Katzbach, Klöstitz, Krasna, Kulm, Leipzig, Lichtental, Neu Arzis, Neu Alft, Paris, Plotzk, Sarata, Schabo, Tarutino, Teplitz, Wittenberg.

Die starke Bevölkerungsentwicklung der Großfamilien machte die Gründung weiterer und sogenannter Tochtergemeinden notwendig. Bis zum Jahre 1940 kamen weitere 105 Tochtergemeinden zu den Mutterkolonien hinzu.

 

Zusammenfassung der deutschen Gemeinden Bessarabiens, in alphabetischer Anordnung , Stand 1939: (Irrtum vorbehalten) Christa Hilpert

Akkerman mit: Festung Akkerman, am Liman am Schwarzen Meer,( s. Foto)  Albota, Alexanderfeld, Alexandrowka, Alt-Elft, Alt Oneschti, Alt Posttal, Andrejewka, Annowka, Arzis, Babei, Baimaklia, Bairamschatka, Bajusch, Balaban, Balaktschelly, Balmas, Balzu-Gut, Basyrjamke, Belz, Bender, Benkendorf, Beresina, Bergdorf, Blumental, Borodino, Bratuleni, Brienne, Baduki, Burnas Bad, Calmatzuie, Danielsfeld, Demir-Chadschi, Dennewitz, Divisia, Ebenfeld, Eckert-Gut, Eichendorf, Eigenfeld, Eigengut-Schimke, Eigenheim, Emmental, Enßlen Gut, Enßlen/Müller Gut, Faas Gut, Flaig Gut, Freudenfeld, Friedensfeld, Friedenstal, Friedrichsdorf, Friedrichsfeld Gut Bodamer, Frumuschika, Fuchs-Gut, Fuchs-Gut- Balabanka, Fürstenfeld I, Fürstenfeld II, Fundu-Sarazika, Gäckle Gut, Gassert/Roduner Gut, Gerling Gut, Gerstenberger Gut, Glückstal, Gnadenfeld, Gnadenheim (Semisotka), Gnadental, Götz Gut, Gutheim, Hahn Gut, Halle Alisowka, Hannowka, Hantschesti, Helenowka, Hirtenheim, Hoffmann Gut Wladimirowka, Hoffmannsfeld Luxemberg, Hoffnungsfeld, Hoffnungstal, Hotin, Irion Gut, Ismail, Jakobstal, Jargara, Jekaterinowka, Josefsdorf, Kahul, Kamtschatka, Kantemir bei Josefsdorf, Kaschpalat, Katlebug, Katzbach, Ketrossy, Kischinew, Kisil, Klöstitz, Kolatschofka, Korntal I, Korntal II, Krasna, Kroll Gut, Kulewtschea, Kulm, Kurudschika, Kurz Gut, Larga, Leipzig, Leowa, Lichtental, Lunga, Luxemburg, Maltscha Gut, Mannsburg, Mansyr, Manukbejewka, Maraslienfeld, Marienfeld, Mariental, Mariewka, Mathildendorf, Mintschuna, Mischeny, Missowka, Mologa, Naslawtscha, Netusche-Weiler, Neu Alexandrowka, Neu Annowka, Neu Arzis, Neu Borodino, Neu Brienne, Neu Dennewitz, Neu Elft, Neu Friedenstal, Neu Josefsdorf, Neu Kureni, Neu Mariewka, Neu Mathildendorf, Neu Nikolajewka, Neu Odessa, Neu Oneschti, Neu Paris, Neu Postal, Neu Sarata, Neu Seimeny, Neu Strymba, Neu Tarutino, Nußtal, Oknitza, Oloneschti, Orhei, Parapara, Paris, Paruschowka, Pawlowka, Peterstal, Pharaonowka, Philippowka, Plotzk, Pomasan, Popasdru, Raskajetz, Reimann Gut, Renz Weingut bei Jassy, Reulingen, Roduner Gut, Roemmich Weingut, Rohrbach, Romanowka Bender, Romanowka Akkerman, Rosenfeld, Rosental, Ryschkanowka, Sangerowka, Sarata, Saria, Sarjari, Schabo Kolonie, Schabo Possad, Schabolat, Schlenker Gut, Scholtoi, Schulz Gut Edua. u.David, Schulzenheim, Seimeny, Singer Gut, Sofiental, Sofiewka, Soroka, Stanhopka, Straßnurg I, Straßburg II, Strymbeni, Tamur, Tamurka, Tarutino, Tatarbunar, Teplitz, Tschemtschelly, Tschiligider, Tschimischlia, Turlaki, Tuzla, Unter Albota, Veigel Gut, Wagner Gut, Wischniowka, Wittenberg, Wolontirowka

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