Osterbräuche in Bessarabien

Ostern in Bessarabien – war das höchste christliche Fest des Jahres

Es wurde nach strengen christlichen Bräuchen begangen. Entsprechend nahm die Einstimmung auf das bevorstehende Fest in der Karwoche zu. Schließlich wartete auf die Hausfrau noch eine Vielzahl an Arbeit auf Erledigung vor Festbeginn. Die Wohnungen und Häuser wurden von Grund auf gereinigt. Ebenso bereits am Mittwoch vor Gründonnerstag, war es Brauch, die Familiengräber auf ihren Friedhöfen von jeglicher Art von Unkraut zu befreien und liebevoll zu schmücken.

Der Ostersamstag

war ganz für das Ostereierfärben- und bemalen reserviert. Teilweise wurden mehr als 100 Eier in vielen Farben und Beschriftungen vorbereitet. Die Menge richtete sich jeweils nach der Familiengröße. Außerdem wurden die Backöfen angeheizt, weil die Hausfrau große Mengen verschiedener Kuchenteige für die Pfannen vorbereitet hatte und demzufolge Berge an Kuchen für ihre Liebsten zu den Festtagen gebacken werden mussten. Denn schließlich wartete die ganze Familie auf österliches Gebäck, wie z. B. den Osterzopf oder Ostervögeles, den gefüllten Osterkranz, Osterkuchen mit getrockneten Früchten und Mandeln, Riebeles- und Käsekuchen, Mohnkuchen und vieles mehr…..

Die Bäuerin leistete Schwerstarbeit vor dem Fest

Zu einem weiteren Osterbrauch zählte ebenfalls der bunte Osterteller aus Gerstensaat. Dieser besondere Augenschmaus war immer eine große Freude für die Jungen aber auch die Alten. Hierzu siehe die Anleitung unter:

http://www.bessarabien.blog/solidarisches-gemeinwesen-in-bessarabien

Der Karfreitag

war in den deutschen Kolonien ein Fastentag. Während dieses Tages verzichtete man auf jegliche Art von Arbeit sowie auf die Zubereitung und den Genuß von Fleischgerichten. Um so mehr widmete man sich leichter Kost, um seinen Hunger zu stillen.

Früh am Ostersonntag, noch vor Sonnenaufgang

ertönten die Glocken vom hohen Kirchturm und luden alle Bewohner zur Morgenpredigt auf den Friedhof ein. In Festtagskleidung riefen sie die Kolonisten zum „Auferstehungsgebet für den Heiland“ an die Gräber ihrer Ahnen. Große Menschenströme folgten dem Ruf der Glocken. Gemeinsam mit dem Pastor, Küster, dem Chor und der Blaskapelle wurde gebetet und tief ergriffen in das Lied eingestimmt: „Jesus lebt, mit ihm auch ich“.

Mit diesem tief religiösen Osterbrauch zur „Ehre der Toten“ und erst nach der Verabschiedung an den Gräbern ihrer Lieben, zerstreute sich die Menge.

Dorfbewohner auf dem Friedhof bei ihren Ahnen

Währenddessen die Familie vollzählig wieder zuhause eingetroffen war, konnte nun das von den Kindern lange herbeigesehnte Ostereiersuchen in den vorbereiteten Osternestern oder den zahlreichen Versteckmöglichkeiten auf dem Bauernhof beginnen. Welch eine Freude für die ganze Familie.

Mit einem Vor- und Nachmittagsgottesdienst ging der erste Ostertag vorüber.

Das „Fest des Eierlesens“ am zweiten Ostertag

Nach dem Vormittagsgottesdienst, stand der Nachmittag ganz im Zeichen der Jugend – für Freude und SpielDieser „Brauch des Eierlesens“ fand immer draußen außerhalb des Ortes auf einer Wiese statt und war ein ausgesprochenes Frühlingsfest. Mit einem angemessenen Kräftemessen der Jugendlichen  untereinander, bei Spaß und Spiel symbolisierte das Ei die österliche Auferstehung gemeinsam mit der erwachenden Natur. Nach festen Spielregeln war es in jeglicher Hinsicht ein fröhliches Fest. 

Das traditionelle Volksfest der Jugend  „des Eierlesens“  wurde mit Musik und Tanz bis in die Abendstunden freudig genossen.

In zukünftiger Erwartung schaute man schon auf die nächste Begegnung.

Dieses sollte schon bald der erste Mai sein.

Wieder ein Tag der Freude und Gemeinschaft.

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Solidarisches Gemeinwesen in Bessarabien

soziales Handeln

In Anpreisung eines österlichen Augenschmauses aus Bessarabien

Ein österlicher Augenschmaus aus Bessarabien. Zum Nachmachen!  (s. untenstehend)

Stets als Teil der Natur fühlten sich die deutschen Kolonisten am Schwarzen Meer. Als solidarisches Gemeinwesen verschmolzen sie zu einer vollkommenen Einheit mit den vier Jahreszeiten und den ihnen damit vorgegebenen Aufgaben „von der Aussaat bis zur Ernte“. Mit dem Werden und Vergehen – und doch Wiederkehrenden und Erneuernden fühlten sich die Kolonisten in Bessarabien in vollkommenen Einklang. In dieser göttlichen Ordnung, fern der Heimat, waren die deutschen Kolonisten eng miteinander verbunden und bestens aufgestellt. Als solidarische Gemeinschaft, mit strengen christlichen Richtlinien bzw. Reglementierungen, gelang es ihnen selbst an schwierigsten Lebensumständen zu wachsen. Ihr Leben war von großen Herausforderungen in allen Lebenslagen geprägt. Mit einem sozialen Gesellschaftsmodell „einander beizustehen“ meisterten sie ihr Schicksal in der Fremde. Über Entbehrungen und Rückschläge wurde nicht geklagt. Umdenkend, lernfähig und ihr Wissen teilend, hielten sie sich an Regeln und machten das Beste daraus.

Ich scheue mich nicht immer wieder meine Bewunderung und Anerkennung über die Lebensleistung meiner Vorfahren in Bessarabien wiederholt zum Ausdruck zu bringen. Heute erneut mit diesen Zitaten:

1.) „Weisheit kennt Grenzen, Dummheit nicht“ ,

2.)„ Der weise Mensch braucht Richtlinien, der Dumme Gesetze“.

Die Kolonisten als solidarisches Gemeinwesen in Bessarabien, stellten sich ihren Herausforderungen in Anerkennung der göttlichen Ordnung. So sorgten sie in angemessenem Rahmen voller Demut für ihr tägliches Brot.

Frühlingserwachen in der Steppe

Plötzlich über Nacht hielt das Frühjahr mit seinen hellen Sonnenstrahlen Einzug. Lautstark kündigten sich die ersten gefiederten Frühlingsboten aus dem Süden an. Die ersten Stare waren mit ihrem fröhlichen Gesang eingetroffen. Schnell verbreitete sich diese Kunde aus jubelndem Kindermund im ganzen Dorf. Nun war es amtlich, „der harte Winter war vorüber“!

Ausgelassene Freudentänze über dieses Ereignis wurden von den Kindern und ebenso von den Jungtieren wie Fohlen, Kälber und Lämmchen vollführt. Mit ihren fröhlichen Sprüngen und Spielen brachten sie ihre Freude zum Ausdruck.

Die humusreiche Schwarzmeer-Erde

Die vorbereiteten Saaten mit Gerste, Mais, Senf, Hafer, Sommerweizen, Sonnenblumen, Zuckerrohr, Rizinusbohnen, Soja, Klee und anderes Grünfutter wurden in nur wenigen Wochen in die gut vorbereitete Schwarzmeer-Erde eingebracht. http://www.bessarabien.blog/oekonomie-dahoam-in-bessarabien/

Auf dem Hof und auch im Stall regte sich das Leben. Die Gluckhennen und die Gänse bekamen Bruteier in ihre vorbereiteten Nester gelegt. Die nach und nach ausschlüpfenden Hühner und Gänseküken erhielten in ihren gepolsterten Körbchen ein warmes Plätzchen in der Küche. Auch die kleinen Lämmchen wurden zum Aufpäppeln und Aufwärmen, besonders zur Freude der Kinder, in die warme Küche getragen. Draußen am Flussufer, im grünen Gras, huschte wenn die Kinder achtsam waren, der Osterhase ganz schnell von einem Busch zum anderen. War es der Oster- oder doch nur ein Erdhase? Das erfuhren die Kinder natürlich nicht, denn es rollte dann schon mal das eine oder andere Osterei, von den älteren Geschwistern geschickt getarnt, über das frische Grün. Eine frohe Osterbotschaft zur Freude und Belohnung für die Kleinen, die mit dem Hüten der kleinen gefiederten Küken beauftragt waren.

Oster-Tischschmuck

Einer der besonderen Bräuche für das Osterfest und ein ganz besonderer Augenschmaus in Bessarabien, war der Osterteller. Hierzu wurde ein Suppenteller mit Erde und Gerstenkörnern befüllt und an einen warmen und hellen Platz in der warmen Küche platziert. Täglich musste nun die aufkeimende Gerste gewässert werden, damit die Gerste für das herannahende Osterfest die richtige Höhe erreichen konnte.  Am Ostersonntag legte die Bäuerin nun einen bunten Eierkranz um das kraftvolle Grün des Gerstentellers und Zuckerles inmitten hinein.

Dieser zauberhafte Osterteller durfte, zur allgemeinen Freude in den kinderreichen Familien Bessarabiens, auf keinem Ostertisch fehlen.

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Ökonomie – Dahoam in Bessarabien

Das baldige Ende des Winters verkündeten Dahoam in Bessarabien die immer länger werdenden Tage und kürzeren Nächte. Voller Hoffnung auf ein ertragreiches Jahr waren die Gedanken des Bauern auf seinen landwirtschaftlichen Betrieb ausgerichtet.

http://www.bessarabien.blog/bessarabien-im-winter/

Landwirtschaftliches Gefährt

Für den Ökonom galt es nun die richtige Saat aus seinen Getreidesorten auszuwählen, diese sorgsam von dem Unkrautsamen zu trennen und gesondert für die Aus-Saat zu lagern. Denn nur ein sorgfältiges Verteilen der Saatgüter, die Planung und Berechnung der richtigen Menge für die Größe der zu bestellenden Felder, versprach einen maximalen Ernteertrag. Natürlich hing ein reichliches Aufgehen der Saat mit seinem Wachstum, selbst bei sorgfältigster Vorbereitung, von den jeweiligen Witterungsverhältnissen in Bessarabien, mit seinem Kontinental-Klima während der Wachstumsphase ab.

Die Ernährung seiner großen Familie hatte oberstes Gebot. Zu deren Absicherung wurde vorrangig eine von ihm kalkulierte Bevorratung unangetastet beiseite gelegt. Erst jetzt wurde das restliche Getreide für die Aussaat und den Verkauf zu anständigen Marktpreisen deponiert. Hier konnte er seine Fähigkeiten durch geschicktes Verhandeln unter Beweis stellen.

Bessarabische Weine

Ebenso ökonomisch wurde mit dem Wein-Depot aus seinem Erdkeller verfahren. Denn dort lagerten in großen Weinfässern beste bessarabische Weine der süßesten Trauben. Prall und vollmundig reiften sie an den sonnigen Hängen in den deutschen Kolonien. Diese Weine waren im ganzen Land und darüber hinaus bestens bekannt und fanden reißenden Absatz.

Mit dem Maisrebbler das Welschkorn entkörnen

Welschkornhaus mit MaisRebbler

Eine weitere Herausforderung für den Ökonom war die Bewältigung des getrockneten Maisvorrats. Mit großem körperlichen Einsatz wurde diese Arbeit bewältigt. Dafür war es notwendig die getrockneten Maiskolben aus dem Welschkornhaus herbeizuschaffen und diese durch den Maisreppler zum Ablösen der Körner zu drehen. Für diese schwere und harte Arbeit wurden mindestens drei Personen zum Bedienen der Maschine benötigt. Sorgfältig wurde auch hier zuerst der Eigenbedarf ermittelt und dafür eine ausreichende Menge zurückbehalten. Der Überschuss konnte nun auf dem Markt meistbietend angeboten werden.

Sämtliche Wirtschaftsgeräte mussten nun noch auf eine eventuelle Instandsetzung vom Bauern überprüft werden. Eine große Herausforderung, denn diese erforderte ein großes handwerkliches Geschick und fachkundiges Handeln! In vielen unterschiedlichen Gewerken musste er sich beweisen. So zum Beispiel reparierte und flickte der Bauer auch an seinem Sattlerstuhl sein Pferdegeschirr. In der Regel bewerkstelligte er sämtliche Arbeiten ohne fremde Hilfe und bereitete so alles auf einen baldigen Einsatz vor.

Reduzierung der Tierkapazitäten in den Stallungen

Tierzucht auf dem Bauernhof

In seinen Stallungen war es notwendig eine Tier-Bestandsaufnahme und eine Reduzierung durch die Wintergeburten einzuleiten.  Je nach Größe des Stalles ermittelte der Ökonom die Stückzahl der Fohlen, Kälber und Lämmer und plante für das Frühjahr den Abverkauf auf den großen Bauernmärkten in Arzis und Tarutino.

Mit einem prüfenden Blick auf den Zustand seines Wagens musste er abwägen, ob dieser noch den zukünftigen Erwartungen entsprechen würde. Wenn ihm dieses nicht mehr gewährleistet erschien, entschloss er sich kurzerhand zum Verkauf desselben. Bei den besten bessarabiendeutschen Wagenbauern in Teplitz, Alt-Postal oder Wittenberg war es kein Problem schnell einen neuen Wagen zu erstehen.

Nach Abschluss aller Planungen, Vorbereitungen und Reparaturen, konnte der Ökonom noch etwas Ausruhen und Kräfte sammeln.

Mit großer Ungeduld wartete er nun auf seinen Einsatz, – Dahoam im Frühjahr!

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Auferstehungsgeschichte „Dank an Rumänien!“

Kurzmitteilung

„Auferstehungsgeschichte“

Kolonisten-Dank an Rumänien!

Bauernhof in Brienne

Die Rettung Bessarabiens durch Rumänien im Jahre 1918  – gleicht einer wunderbaren Auferstehungsgeschichte, welche sich erst im Jahre 1940 mit der Umsiedlung der Bessarabiendeutschen durch den Hitler-Stalin Pakt endete. Frei der Devise „Heim ins Reich“ entgingen sie der Deportation in die Weiten Sibiriens.

Schwer war der Abschied von allen anderen deutschen Bruderkolonisten, die in der UDSSR verbleiben mussten. Die Bessarabiendeutschen konnten ihnen nicht mehr helfen.

So war es nur der bessarabiendeutschen Volksgruppe durch die Einverleibung Rumäniens möglich eine Weiterentwicklung anzustreben.

In Bessarabien zählte es im Jahre 1914 einhundertzehn deutsche Gemeinden. Bis zum Jahre 1934 unter Rumänien, erweiterte sich die Zahl der deutschen Dörfer auf einhundertsiebenundvierzig mit vielen Hektargemeinden.  Demzufolge hat nach dem ersten Weltkrieg nochmals eine innere Kolonisation, durch die Enteignungen der Gutsbesitzerländereien über 100 Hektar, am 22. Dezember 1918 an die Landlosen stattgefunden.

Ebenfalls zum Opfer fielen nach diesem Gesetz alle Staats- und Kirchenländer und sonstige Ländereien von Banken und juristischen Personen.

Die gravierenden Nachteile einer Nichtzugehörigkeit zu einer Organisation, besonders  während der schweren Kriegsjahre in einem fremden Land,  führten in den Kolonistendörfern zum Umdenken. Geschützt waren sie nur durch das Fürsorgekomitee bis zu dessen Aufhebung durch Russland im Jahre 1871.Danach willkürlich bis zum Ende des 1. Weltkrieges schutzlos dem russischen Staat ausgeliefert.

Aus dieser Erfahrung wurde der Volksrat und der Wirtschaftsverband gegründet.  Beide notwendigen Organisationen hatten die Aufgabe die völkischen und wirtschaftlichen Belange zu überwachen.

Eine sehr wichtige Funktion kam besonders dem Volksrat zu. Durch seine Funktion blieb das Bessarabiendeutsche Volk unter einem Dach und zerfiel nicht in politische Parteien.

Ein Fachkräftemangel erschwerte anfangs die heimische Wirtschaft. Man musste erst auf dem Gebiet des Handels und Gewerbe Erfahrungen sammeln und Fachkräfte heranbilden.

Rumänien

http://www.bessarabien.blog/privilegien

Im Januar 1918 besetzte das rumänische Militär Bessarabien. Im April 1918 erfolgte die regionale Autonomie und die Angliederung Bessarabiens an Rumänien. Unter Nichtanerkennung der UDSSR vollzog sich der endgültige Anschluss erst durch den  Bukarester Friedensvertrag an Rumänien.

Großrumänien

Mit etwa 30 Prozent nichtrumänischer Einwohner und durch die Angliederung Bessarabiens, des Banats, der Bukowina und Siebenbürgens zu Großrumänien konnte das Königreich Rumänien mit Kriegsende und den Pariser Friedensverträgen die Bevölkerungszahl auf seinem Territorium verdoppeln und wurde zu einem multiethnischen Staat.

Zu vielen gravierenden Veränderungen der Bessarabiendeutschen in Rumaenien/ Großrumänien gehörte u. a. neben der Agrarreform auch die rumänische Staatsangehörigkeit mit der neuen Landeswährung und die Einführung der rumänischen Amtssprache. Ebenso die Umstellung vom Julianischen Kalender auf den Gregorianischen mit einem Zeitunterschied von 13 Tagen, in der Bedeutung eines Zeitsprungs vom 1. Februar 1918 zum 14. Februar 1918.

Eine weitere einschneidende Änderung betraf das Schulwesen mit dem Ziel der Romanisierung und der Einführung der lateinischen Schrift.

Unter Rumaenien:

Mit einer Grundbesitzenteignung von über 100 Hektar Landbesitz großer Gutshofbesitzer, führte der rumänische Staat eine eigene Landreform durch und nahm eine Verteilung an die sogenannten Landlosen vor. Dieses hatte zur Folge, daß auf diese Weise 37 fast ausschließlich geschlossene neue deutsche Gemeinden enstanden.

Weitere Neuerungen in vielen Bereichen sollten folgen. Diese stellten für die Bessarabiendeutschen in weiten Bereichen ihres persönlichen und wirtschaftlichen Lebens eine große Herausforderung dar.

Die rumänische Verwaltung zeichnete sich in Bessarabien durch besondere Härte aus. So strafversetzte sie Beamte aus anderen Regionen nach Bessarabien und setzte somit die deutschen Kolonien der Willkür dieser gefrusteten Beamten aus.

In gnadenloser Strenge und mit brutaler Härte wurden die Schülerinnen und Schüler in den bessarabischen Schulen unterrichtet. Dabei erinnere ich mich nur zu gut an die Schilderungen meiner Mutter als Schulkind. So waren tätliche Übergriffe, Bestrafungen und Demütigungen, dieser vom rumänischen Staat eingesetzten Beamten, an den Bessarabiendeutschen Schülern, an der Tagesordnung.

Bei allen Neuerungen und Unbequemlichkeiten, geht besonders heute von den Nachgeborenen dieser Bessarabischen Volksgruppe ein großer Dank an Rumänien. Ihnen verdanken wir für die Errettung Bessarabiens aus der Hand Russlands und die Rückführung in unsere deutsche Heimat . (Fortsetzung folgt)

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Privilegien

Privilegien werden eingeschränkt und aufgehoben

Wachsender Deutschenhass, besonders gegen die in Russland lebenden Deutschen, entwickelte sich ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

http://www.bessarabien.blog/volkstum-und-glaube-der-bessarabiendeutschen/

Die zugesagten Privilegien der Einwanderer und ihr wirtschaftlicher Aufschwung brachten den deutschen Kolonisten viel Neid und Hass durch die russische Bevölkerung ein.

Die Aufhebung ihrer bei der Ansiedlung zugesagten Rechte wurden im Jahre 1871 aufgehoben und schon im Jahre 1874 die allgemeine Wehrpflicht auf die Deutschen ausgedehnt. Die besondere Lage der Deutschen in Russland verschlechterte sich und hatte eine Auswanderungswelle zur Folge. Viele Familien begaben sich auf Übersee zur Weiterwanderung nach Nord- und Südamerika.

Mit der Ermordung Alexanders II. im Jahre 1881 und der Thronbesteigung Alexanders III. (1881-1894) begann die Russifizierung der deutschen Kolonien. Die deutschen Volks- und Zentralschulen werden verstaatlicht und die russische Unterrichtssprache eingeführt. .

Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges, am 1. August im Jahre 1914, dienten die deutschen Kolonisten in der russischen Armee und wurden trotzdem zu Feinden des Russischen Reiches erklärt.

Im Februar 1915 beschließt die russische Regierung die Liqudiationsgesetze zur Enteignung des deutschen Grundbesitzes und im Juli das Schließen aller deutschen Schulen. Ein Versammlungs- und Sprachverbot der deutschen Sprache in der Öffentlichkeit sowie im kirchlichen Raum tritt in Kraft. Nur durch die Revolutionsgeschehnisse und den schneereichen Winter wird die Mitte Januar 1917 geplante Deportation der Bessarabiendeutschen in die Weiten Sibiriens verhindert. Die bereitgestellten Waggons für den Abtransport der Deutschen wurden abgezogen.

Im April 1917 findet ein erster gesamtdeutscher Kongress in der Geschichte der Deutschen in Russland zur Gründung eines Zentralkomitees aller Russlanddeutschen statt. Die Wiedereröffnung der deutschen Schulen findet im Mai des Jahres 1917 statt.

Im Januar 1918 besetzt rumänisches Militär Bessarabien und eine Angliederung Bessarabiens an Rumänien, vorerst als regionale Autonomie, erfolgt im April 1918. Mit dem Bukarester Friedensvertrag erfolgt der endgültige Anschluss Bessarabiens an Rumänien.

Die UDSSR erkannte die Ansiedlung Bessarabiens an Rumänien nicht an.

Der rumänische Staat führte eine eigene Landreform durch, bei der Grundbesitz über 100 Hektar enteignet wurde. Veränderungen in vielen Bereichen sollten folgen.

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Volkstum und Glaube der Bessarabiendeutschen

125 Jahre waren Volkstum und Glaube die prägenden Lebensgrundlagen der Bessarabiendeutschen.

Ein harter Lebensalltag mit großen Entbehrungen besonders der ersten Generationen prägten das Wesen der Kolonisten in der zur Heimat gewordenen fremden, oft feindlichen Welt. .

Prägende Lebensgrundlagen der Deutschen in Bessarabien

Mit dem Aufgeben und dem Loslassen ihrer deutschen Heimat, der Verabschiedung aus ihren Dörfern, Städten, von Nachbarn, Freunden und Verwandten blieb nur die Erinnerung an die Heimat und der Schutz des Höchsten. So wurde ihnen deutsches Volkstum zu einem tiefen und unumstößlichen Bestandteil in der Fremde.

Mit der Zusage auf freie Religionsausübung, immerwährende Befreiung vom Militärdienst und dem Gebrauch der Muttersprache folgten die Aussiedler dem Ruf des Zaren nach Bessarabien wie in das gesamte Schwarzmeergebiet als Pioniere in eine nahezu unbewohnte Steppe.

In ihrem Aufbruch sahen sie auch eine religiöse Aufgabe, da sie größtenteils der festen Überzeugung waren, dass der Zar ein Fürsprecher ihres allmächtigen Gottes sei, welcher sie nie im Stich lassen würde.

Schutzlos und auf sich selbst gestellt, in einer baumlosen Steppe, waren sie Krankheiten, Seuchen, Tod und unbeschreiblichem Leid ausgesetzt.

Der harte Kampf mit großen Defiziten auf allen Gebieten in der neuen Heimat ließen sie hart und unerbittlich gegen sich selbst werden. Härteste Arbeit bis zum Umfallen und mit den minimalistischen Mitteln das maximalste Ergebnis erzielen war zu ihrem Schicksal geworden. Für die Schwachen unter ihnen, war kein Platz und gereichte nicht zum Überleben. „Dem Ersten der Tod, dem Zweiten die Not und erst dem Dritten das Brot“

Ihre besondere Art und ihre Charaktere entwickelten sich aus dem aus der Urheimat mitgebrachten Erbe und dem aufgebürdeten Schicksal in der Fremde.

Diesem besonderen Menschenschlag gelang das schier Unmögliche , „sie wuchsen über sich hinaus“! Schon bald nahmen sie in jeglicher Hinsicht eine Vorbildfunktion in Bessarabien ein.

In ihrer neuen Heimat, dem Vielvölkerstaat Bessarabien blieben sie unter sich. Sie lebten bibelfest, deutsches Volkstum und wurden so zu einem festen Bestandteil Bessarabiens. Mit ihren verschiedenen Mundarten aus der deutschen Heimat, ob es das Schwäbische, Hessische oder das Platt des Nordens war, gründeten sie über 150 deutsche Kolonien.

Russen, Moldowaner, Rumänen, Bulgaren, Juden, Griechen und die umgebenden Völker respektierten und akzeptierten sie. Da sie die Religionen und Sprachen der umgebenden Völkerschaften nicht kannten, schlossen sie sich untereinander immer enger zusammen.

Volkstum und Glaube wurde ihr Heil in der Fremde

Durch ein eingerichtetes Fürsorgekomitee mit eigener Verwaltung und einer abgrenzenden Sonderstellung wurde ein Menschenschlag geschaffen, der nichts kannte als Arbeit und nach der Reinhaltung des Glaubens zu leben und zu streben. Glaube und Sprache gehörten von Anbeginn untrennbar zusammen und blieben lebensbestimmend. Das es zu keinen Mischehen kam, war der Hinsicht geschuldet, dass alle umgebenden Völker einem anderen Glauben anhingen.

Ein neues Bewusstsein einem anderen Volkstum anzugehören, stellte sich erst um 1860 durch den plötzlich neu verordneten Militärdienst und die Einführung der russischen Sprache in den deutschen Kolonistenschulen ein. Dieses führte zu Veränderungen und großen Herausforderungen bis zu ihrer Umsiedlung im Jahre 1940

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Werner-Schule in Sarata

Werner-Schule in Sarata

Kolonistenschulen III

Fortsetzung vom 19. Juni 2018

Krasna-die Volksschule

Erste Priorität hatte in den Schulen der Kolonistendörfern fortan die rumänische Sprache, die rumänische Geschichte und Erdkunde. Recht erfolgversprechend auf beiden Seiten zeigte sich anfänglich das geforderte doppelsprachige Unterrichtssystem, in deutsch und rumänisch..Durch die politische Konstellation des Landes und durch außenpolitische Einflüsse kam es oft zu einem gänzlichen Verbot der deutschen Sprache. Jedoch gelang es immer wieder bessarabischen Volksvertretern durch Eingaben und Vorsprachen im Ministerium für nationale Erziehung diese Entscheidungen rückgängig zu machen.

Bessarabiens damaliger Oberpastor und Abgeordneter Daniel Haase erwarb sich in dieser Hinsicht große Verdienste.

Er wurde von den Rumänen geschätzt und geachtet. Sein Bekanntheitsgrad gereichte weit über die Grenzen Bessarabiens und Rumäniens hinaus. Auf diese Weise strebte man in den Schulen nach kollegialen Verhältnissen, sodass bald häufig ein freundschaftliches Miteinander zwischen deutschen und rumänischen Berufskollegen entstand. Oft wurden von den Schulräten und Oberschulräten beide Augen zugedrückt um den Deutschunterricht stillschweigend zu gestatten.

In eine moderne Pädagogik wurde mit einem erneuten Schulprogramm 1936 und 1938 eine Berufsschule mit soziologischen Prinzipien, die so immer mehr den Charakter einer Lern und Erziehungsschule erhielt, umgewandelt. Sie wurde mit ihren praktischen Werten immer mehr zur Schule des Lebens.

Das deutsche Lehrerseminar in Sarata, die bekannte Werner-Schule,

Noch zu besichtigen: Die Ruine der Werner-Schule in Sarata.

benannt nach dem Stifter Christian Friedrich Werner, war der Mittelpunkt der Lehrerschaft in Bessarabien und überließ Bessarabien jährlich so um 20 ausgebildete Lehrer. Zur zaristischen Zeit musste die erste Lehrerprüfung an russischen Schulen abgelegt werden. Hingegen zu rumänischer Zeit wurde diese Prüfung nach Beendigung der sechsten, später der siebten und in den letzten Jahren in der achten Klasse der Werner-Schule, vor einer Prüfungskommission aus Vertretern des Staates und der Fachlehrer abgelegt. Bedeutend schwerer war die zweite Lehrerprüfung. Diese erfolgte zusammen mit rumänischen Lehrerkollegen und wurde in sämtlichen Fächern in  rumänischer Sprache an einer rumänischen Lehrerbildungsanstalt abgelegt. Erst nach bestandener zweiten Prüfung konnte eine Anstellung auf Lebenszeit erfolgen. Schulpflichtig war ein jedes Kind ab dem siebten bis zum 14. Lebensjahr. Diese sieben Schuljahre waren in zwei Stufen unterteilt. Die Grundschule (1. bis 4. Klasse) und Oberstufe (5. bis 7. Klasse).  Ihre Aufnahmeprüfung zu weiterführenden Schulen, das Lehrerseminar oder Gymnasium konnten die Schüler nach der vierten Klasse absolvieren.

Odessa Zeitung -swesen hob das Schulniveau in den Kolonistendörfern

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Odessa Zeitung -swesen hob das Schulniveau in den Kolonistendörfern

 

Ehemaliger und heutiger Schulhof der Brienner Schule

Odessa Zeitung -swesen hob das Schulniveau in den Kolonistendörfern

(Fortsetzung vom 31. Mai 2018)

Mit einer Anzahl stattlicher  Kolonistenschule n der Deutschen in Russland (um 1914 zu Beginn des 1. Weltkrieges) hatte sich das Schulsystem bedeutend positiv verändert. Durch neueste Arbeitskonferenzen erweiterte sich das Wissen der Lehrerschaft in Pädagogik, Psychologie und Methodik und die stetig anwachsende Zahl an Lehrkräften mit solider Fachausbildung und weitaus besserer Ausrüstung sorgte dafür, dass ein jedes Kind in einzelnen Fächern über ein eigenes Lehrbuch verfügten konnte. Büchereien mit klassischen Werken, Fachliteratur und Schriften hielten nahezu in allen Schulen Einzug.

 

Gelungene Entwicklung des Schulwesen durch die Odessaer Zeitung

Der große Aufschwung des Schulwesens der vergangenen Jahrzehnte war in hohem Maße auf die Berichterstattung der Odessaer Zeitung mit Veröffentlichungen über pädagogische Themen und Hinweise auf vorhandene Mängel im äußeren und inneren der Schulen zurückzuführen

Ebenfalls wurde eine Monatszeitung „Das NEUE SCHULBLATT aufgelegt. Aber von der russischen Regierung schon nach dem Erscheinen des sechsten Heftes verboten.

Ein alter Ofen aus der Kolonistenzeit in der Brienner Schule

Die schlimmste Zeit der Schulen sollte während des I. Weltkrieges mit dem Schließen sämtlicher Schulen gewesen sein. Die Lehrerschaft wurde ebenfalls neben den wehrpflichtigen Männern einberufen. Ein privater Schulunterricht wurde untersagt.
Absolventinnen der Oberschulklassen unterrichteten die Kinder ihrer besorgten Mütter heimlich im Lesen und Schreiben. Allerdings immer auf der Hut vor Kontrollen zaristischer Polizisten in den Dörfern.

Autonomes Bessarabien nach dem ersten Weltkrieg

Von allen Rußlanddeutschen abgeschnitten erfolgte für die Bessarabiendeutschen nach dem Ende des I. Weltkrieges die Angliederung an Rumänien und der völkische Zusammenschluss der Deutschen in Rumänien.                                Tiefe Einschnitte waren die Folgen.

Alle Volksschulen und Schulgebäude wurden verstaatlicht und die Lehrer fortan rumänische Beamte. Mit der Weigerung vieler Lehrer sich als Staatslehrer verschiedenen Prüfungen zu unterziehen, wechselten viele in andere Berufe und wurden Bauern, Kaufleute oder blieben als Küster im Dienste der Kirchengemeinde.

Die deutsche Sprache durfte in den ersten Jahren, zur Freude der Bessarabiendeutschen, als Unterrichtssprache beibehalten werden.

Der rumänische Staat übernahm im positiven Sinne die Lehrergehälter und entlastete somit die Gemeindekassen der Kolonistendörfer.

Ein Blick in eines der heutigen Klassenzimmer der Brienner Schule

Durch weitere Einstellungen von Lehrkörpern verringerten sich die Schülerzahlen in den Klassen deutlich bis zum Jahre 1924. Erst dann konnte das neu verfasste Schulgesetz mit Lehr- und Stoffverteilungsplänen mit einem festen Rahmen in Kraft treten.

Im Schuldienst belassen und in den beamteten Staatsdienst übernommen wurden die Lehrer welche rumänische Sprachlehrgänge mit dem Ablegen einer Zulassungsprüfung absolvierten..

Vorerst war die deutsche Sprache für einige Zeit gerettet. Jedoch schon bald erfolgte die Auflage, bis auf ein Fach in deutscher Sprache alle übrigen Fächer in rumänischer Sprache zu lehren.

Wie es weiter ging?  Fortsetzung folgt!

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Kolonistenschule

Eine der vielen Schulen in Bessarabien    – Die alte und heutige Schule in Brienne/Arzis

 

Kolonistenschule in Rußland in ihrer Entstehung

Kolonistenschule: Die ab dem siebten Lebensjahr schulpflichtige Jugend wurde in den ersten Siedlungsjahren in den Wintermonaten in Religion, Lesen, Schreiben, Rechnen und Gesang von Laien in Behelfs-Bethäusern unterrichtet.

Es ist anzunehmen, dass nach 40 bis 50 Jahren Siedlungsgeschichte durch die Gemeindeführer oder vornehmlich durch die geistigen Führer die Entstehung einer separaten Kirchenschule angeregt wurde. Die Kolonistenschule n  standen unter der Aufsicht der Pastoren. Maßgeblich wurde bei Fragen und Entscheidungen, wie bezüglich der Entlassung oder Einstellung der Lehrenden auf die geistliche Person gehört, solange seitens des Komitees für ausländische Ansiedler keinerlei einschlägige Weisungen für die Schulen gegeben worden waren.

Hygiene vor dem Klassenzimmer in der Brienner Schule

Den Lehrenden der Kolonistenschule war so mehr oder weniger freie Hand gelassen

Da die Gemeinden immer noch in wirtschaftlicher Hinsicht zu kämpfen hatten, fehlten die Vorschläge zur Hebung des Schulwesens. Größtenteils waren es tüchtige Bauern die des Lesens und Schreibens kundig waren und sich als Lehrende einbrachten oder eigens zu diesem Zweck aus der alten Heimat angefordert wurden für den überwiegend einklassigen Schulunterricht.

Damals waren in den überwiegenden Dörfern die ersten Schulhäuser in schlichter Bauweise mit einfachem Lehmboden und nur in einigen Wenigen ein ungestrichener Holzbretterboden mit dürftiger Raumausstattung. Von gleichem Maß für alle Altersstufen waren die acht- bis zehnsitzigen Schulbänke die in der Kolonistenschule ebenfalls auch als Bethausbänke dienten.

Der Leseunterricht aus der Fibel führte die Schüler direkt ins Testament.

Mit dem Stock als Universalmittel wurde der Schüler zu größerem Erfolg getrieben.

Schon bald verbesserte sich der Bildungsstand der Lehrerschaft durch die Zentralschule und Lehrerbildungsanstalt in Sarata und versorgte die Kolonien mit mit besser ausgebildeter Lehrerschaft. Fortan vergrößerte sich von Jahr zur Jahr die Zahl der tätigen Lehrer. Überfüllte Klassen und eine zu kurze Schulzeit war das Haupt- und Grundübel. Die Bevölkerungsdichte machte den Bau weiterer Schulgebäude unumgänglich.

Die Einführung der russischen Sprache in den Schulen im Jahre 1881 forderte das Staatsinteresse aber insbesondere das Interesse des deutschen Mannes, die im täglichen Leben unumgänglich war.

Es ließ nicht lange auf sich warten und so führte das Ministerium im Jahre 1890 die russische Sprache als Unterrichtssprache ein. Vakante Stellen an mehrklassigen Schulen wurden durch eine Regierungsverordnung nur noch von Nationalrussen besetzt, da man der Auffassung war, das dem deutschen Kinde die Kenntnis der russischen Sprache nur so beigebracht werden könnte.

Die alten Holzdielen wurden mit Farbe aufgefrischt, in der Brienner Schule

Nur durch das Ablegen des russischen Volksschullehrerexamens konnten fortan deutsche Lehrer an den Schulen weiterhin Unterricht gestalten. Bisweilen ging der Kenntnisstand der Schüler in Deutsch und Religion rapide zurück.

Die erhofften Erfolge in der russischen Sprache blieben aus und enttäuschten die höheren Schulbehörden.

Erst im Jahre 1906 gestattete die Regierung den ersten zwei Unterrichtsjahren die deutsche Sprache als Unterrichtssprache zu gebrauchen. Erst nach diesem Lernprozess von zwei Jahren wurde mit dem Lesenlernen im Russischen begonnen.

Erst diese richtige Maßnahme erwies sich als erfolgreich.

In der Regel kam ein Lehrer auf etwa 100 Kinder bis zu der verheerenden Maßnahme, dass höchstens 50 Kinder pro Lehrer statthaft seien.

Die geringe Anzahl an Lehrkräften konnten dieser neuen Verordnung nur schwer gerecht werden.

Ein Mittagsschläfchen für die Kleinsten, in der Brienner Schule

– Wie entwickelte sich das Schulsystem weiter? Fortsetzung folgt!

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