Tarutino

Ankunft in Tarutino

Historische Ereignisse, erfordern besonderen Einsatz. Seinerzeit auf Recherche als Redakteurin für das Mitteilungsblatt des Bessarabiendeutschen Vereins e. V. führte mich, Christa Hilpert-Kuch, mein Weg im August des Jahres 2014 nach Bessarabien, zur 200-Jahrfeier nach Tarutino. Mit dem Flugzeug reiste ich von Hannover nach Chisinau und mit dem Bus weiter von Moldawien über die ukrainische Grenze nach Tarutino.

In der Ukraine im Jahre 2014, betrat ich ein Land im Kriegszustand! Kriegerische Auseinandersetzungen waren schon dem Jahre 2014 vorausgegangen und wechselten von den Rebellionen auf dem Maidan in Kiew zu den anhaltenden Kämpfen an der Ostgrenze mit Russland. Dunkle Schatten dieser Kriegsereignisse wirkten in die Feierlichkeiten „200 Jahre Tarutino“ hinein. Dennoch war an diesem Festakt „Tarutino 200 Jahre“, die heutige Bevölkerung mit einem großen Interesse und einer bewundernswerten Gastfreundschaft engagiert beteiligt. Historische Quellen berichten, dass im Budschak zehn umherziehende moldauische Hirten mit ihren Herden lebten. Diese hatten das Steppenland von der russischen Krone gepachtet und mussten es danach wieder zurückgegeben. In diesem Gebiet wurde im Jahre 1814 von der russischen Kolonialbehörde, neben Tarutino auch Borodino und Krasna als erste deutsche Gemeinde gegründet. Die deutschen Kolonisten kamen in eine nahezu menschenleere Steppenlandschaft. Wie in ganz Bessarabien spielten die Landwirtschaft und die Handwerksbetriebe dabei eine wichtige Rolle.  Zunehmend übernahm Tarutino eine immer mehr zentrale Funktion für die Bessarabiendeutschen.

Tarutino wurde das Zentrum der evangelisch deutschen Christen in Bessarabien.

Hier wurde das erste evangelische Kirchspiel gegründet, welches sich später zum Sitz des Oberpastors mit Konsistorium und der Synode der evangelisch-lutherischen Kirche in Bessarabien entwickelte. Diesem folgte die Entstehung des Bildungswesens. Auch zwei der drei höheren Schulen, die zum Abitur führten und damit einen direkten Zugang zur akademischen Bildung ermöglichten, waren in Tarutino. Ebenfalls wirtschaftlich entwickelte sich die Kolonie vielfältig. Erwähnenswert der große Pferdemarkt, der schon im Jahre 1912 über 12.000 Besucher anlockte und die bedeutende Textilindustrie mit der 1888 gegründeten Tuchfabrik Rudolf Bannasch sowie die Gründung der ersten „Deutschen Zeitung Bessarabiens“. Mit der Gründung des Deutschen Volksrates in Bessarabien im Jahre 1920, wurde Tarutino auch das politische Zentrum. Zahlreiche weitere Industriebetriebe, Brauerei, Färberei, Spinnerei, Gießerei, Dampfmühle, Ziegelei, Druckerei sowie Molkereien und Läden für Schuhe, Glas, Kurzwaren, Leder, Banken und Buchhandel im Einzelhandel, siedelten sich gefolgt von einem kulturellen Leben mit Sport- und Bildungsvereinen an. Durch die Umsiedlung der Deutschen aus Bessarabien, im Rahmen des Hitler-Stalin- Paktes, wurde der weiteren Entwicklung Bessarabiens durch deutsche Bewohner ein politisches Ende gesetzt.

Tarutino zur 200-Jahrfeier

Noch vor Beginn des offiziellen Festaktes wurde durch Pastor i. R. Arnulf Baumann mit einem Freiluftgottesdienst an die Besiedlung Bessarabiens und Gründung Tarutinos vor 200 Jahren, wie einst in der Steppe, erinnert. Er gedachte der Einwanderer und Gründer der ersten bessarabischen Gemeinden Tarutino, Borodino und Krasna und wie es ihnen nur durch die Kraft ihres Glaubens gelang, die Steppe urbar zumachen und die Gründung von weiteren 22 bessarabiendeutschen Muttergemeinden und über 120 Tochtergemeinden zu vollziehen. Die ankommenden Kolonisten erlebten:

Bessarabien ist auch – Gottes Erde“ und Gott ist auch in der Steppe für sie erreichbar. Gott ist überall. Mit diesem Wissen wurde ihnen der Himmel und die Steppe Bessarabiens „zur neuen Heimat“. Und ein weiteres Mal erfuhren sie Gott als Helfer und Beistand in der schwierigen Zeit ihrer Umsiedlung im Jahre 1940 und der schrecklichen Flucht 1945.

Heimatlied der Bessarabiendeutschen

   Festakt 200 Jahre Tarutino

Mit einer Schweigegedenkminute an die Gefallenen im Osten der Ukraine, eröffnete der Bürgermeister der Stadt Tarutino (Iwan Kurutsch 2014) im großen Kulturhaus mit Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Bevölkerung eine beeindruckende Jubiläumsveranstaltung. Mit Ansprachen, Ehrungen Tanz- und Musikbeiträgen, feierte ein sehr großer Teil der heutigen Bevölkerung gemeinsam mit denen aus Deutschland angereisten Gästen die Gründung „Tarutinos vor 200 Jahren“. Dabei wurde nichts vergessen, an alles wurde bedacht und entsprechend gewürdigt. Heute leben in Tarutino in den ehemaligen deutschen Häusern überwiegend Familien bulgarischer, russischer und ukrainischer Herkunft. Ihr Interesse an der Vergangenheit deutscher Geschichte ist groß.

Hoch oben am Hang schaut der deutsche Friedhof direkt auf Tarutino hinunter. Hier ruhen unsere Ahnen. Bei einem Besuch bin ich hocherfreut über die vielen Grabsteine mit Inschriften ehemaliger deutscher Kolonisten.

Friedhof der Ahnen

Ich lernte Tarutino als eine offene, bunte und lebendige Stadt mit vielen freundlichen Menschen kennen. Bei einem Gang durch den Ort am Tage vor dem Jubiläum, hatte ich sehr viele wunderbare Begegnungen mit der Bevölkerung. Einen großen Teil dieser liebenswerten Menschen traf ich am Jubiläumstag, zur unserer gemeinsamen Freude wieder. Für mich klang ein gemeinsamer Tag mit der heutigen dort lebenden Bevölkerung erst am späten Abend fröhlich aus.

KolonistenhausHeutige Bevölkerung in Tarutino

Ehemaliges Kolonistenhaus mit original Hofmauer

Wenn ich mich zu fortgeschrittener Stunde aufmachte meine Schlafstätte außerhalb des Hotels aufzusuchen, führte mich stets mein Weg unter Millionen von strahlenden Sternen, Sterne zum Greifen nah, durch den Ort Tarutino. Noch heute habe ich dieses nächtliche Himmelszelt Bessarabiens vor meinen inneren Augen. Unauslöschlich, im Gedenken an meine Ahnen, wirkt es in mir nach.

Der Himmel über Bessarabien

Der Himmel Bessarabiens am Tage

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Tanja und Romeo Luchian auf dem Bessarabien-Tag in Verden/Aller

https://youtu.be/o54Fc9ev2zo

https://youtu.be/vEpXSOw3cSI

https://youtu.be/IloHEdXL2w0

https://youtu.be/IYgDllq8Xrc

Musikprofessoren an der Universität im rumänischen Jasi „Tanja und Romeo Luchian“,

spielten sich in die Herzen der Gäste in

Verden/ Aller, beim Bessarabientag

Duo Luchian

Unter großer Beteiligung von mehr 160 Gästen gedachten Freunde und Interessierte am Bessarabien-Tag in Verden/Aller, am 18. August 2019, im Hotel und Niedersachsenhof, in Verden/Aller, der „Alten Heimat Bessarabien“.

Christa-Hilpert-Kuch, freute sich über das

große Interesse und begrüßte die

Anwesenden zu dem von Ihr gewählten Thema:

„Umsiedlung – Flucht – Heimatfindung – Integration“.

http://www.bessarabien.blog/bessarabien-tag-in-verden-aller/

Aus diesem Anlass hatte die Organisatorin auch die Wanderausstellung des Dokumentationszentrums Verden (Doz 20), mit ihren elf Dokumentationstafeln, über „Flucht – Vertreibung und Eingliederung“  im Landkreis Verden/Aller eingeladen und somit eine Brücke zu ihrem Veranstaltungsthema gebaut.

Aus Bessarabien begrüßte sie die Musikprofessoren, bekannt aus Funk und Fernsehen, Tanja und Romeo Luchian.

Den Focus lenkte Hilpert-Kuch in ihrer Ansprache auf das Beleben und Erneuern bessarabischer Kulturgeschichte und merkte an: „Was uns heute hier alle vereint, ist die Liebe und das Interesse an Bessarabien und was die Veranstaltung  für einen jeden der Anwesenden bereit hält. Da seien die Wünsche und Vorstellungen der Besucher garantiert vielfältig und von unterschiedlichen Beweggründen und Absichten geprägt. Sie wünsche sich, dass am Ende für einen Jeden etwas Erfüllendes dabei war, was in ihm weiterleben kann.

Durch ihre fünf Reisen in das Land ihrer Ahnen wuchs ihre Liebe und das Interesse für Bessarabien.

Erinnerungskultur erneuern und beleben

Daraus resultieren im Landkreis Verden/Aller ihre bessarabischen Stammtische, die alljährlich im März stattfindenden Kochkurse „Bessarabischer Spezialitäten“ über die Kreisvolkshochschule Verden – und ihre bessarabischen Kulturveranstaltungen.

Mit dem Thema „Umsiedlung – Flucht- Intergration und Heimatfindung“ in gemeinschaftlicher Symniose mit der Wanderausstellung des Dokumentationszentrum Verden über „Flucht – Vertreibung und Eingliederung“ würde sie an die Jahre 2015/2016 erinnert. Damals suchten hunderttausende Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak in Europa Schutz.

Und es erinnert an das Ende des Zweiten Weltkrieges mit all seinen Vertriebenen nach dem Zusammenbruch des „Dritten Reiches“ – wo an der Ostfront eine Vielzahl in den von der SS im Jahre 1939 eroberten Gebieten Westpreußens und Posens (auch Warthegau genannt) die Bessarabiendeutschen eingebürgert wurden. Ihre Ansiedlung auf polnischen Höfen erfolgte für einige erst nach zweieinhalb Jahren Lagerleben. Im Januar 1945 das Ende der Ansiedlung und die Flucht vor den nahenden sowjetischen Truppen.

Mit großen Trecks, Pferd und Wagen begaben sie sich auf einen gefährlichen Weg Richtung Westen, bei minus 20 Grad.

Aus den Erzählungen ihrer Mutter wüsste sie, dass diese als Jugendliche mit ihrer Familie vor der herandonnernden russischen Artillerie in Richtung Westen flüchten musste. Mit Pferd und Wagen begaben sie sich am 22. Januar 1945 von Abrau Kreis Tuchel in Richtung Westen auf einen gefahrvollen Weg. Erst am 3. März 1945 erreichten sie die Ortschaft Scharnhorst, im Landkreis Verden/Aller.

Viele hätten Glück gehabt und den Weg geschafft – aber eine große Anzahl sei unterwegs auf schrecklichste Art und Weise zu Tode gekommen. Ganze Familien seien mit Pferd und Wagen im Eis eingebrochen und untergegangen.“

Niemand konnte stehen bleiben um nicht von den russischen Panzern überrollt zu werden.

Alte und Kranke mussten sterbend in den Lagern zurückgelassen werden oder sie starben während des Tages unterwegs.

Mehr als 90 000 Bessarabiendeutsche kamen mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges, am 8. Mai 1945, zerstreut in Deutschland an. Von den Einheimischen seien sie gerade so geduldet worden – aber auch nur, weil man sich gegen die behördliche Einquartierung der Fremden nicht wehren konnte.

Insgesamt seien zwei Millionen Menschen bei der Flucht umgekommen.

Christa Hilpert-KuchWir wollen und sollen Bessarabien nicht vergessen!

Unsere Ahnen liegen weit von uns begraben und dort haben auch wir unsere Wurzeln“,                    so Hilpert-Kuch.

 

 

Dokumentationszentrum-doz20-Verden

Dokumentationszentrum-doz20-Verden präsentiert seine Ausstellung auf dem Bessarabien-Tag in Haags Hotel Niedersachsenhof, Verden/Aller

Herzliche Einladung zum „Bessarabien-Tag“ am Sonntag, 18. August 2019, von 13 bis 17.30 Uhr in Haags Hotel Restaurant Niedersachsenhof , Lindhooperstr. 97, 27283 Verden

Christa Hilpert-Kuch

Zu einer bessarabischen Veranstaltung unter dem Thema: Umsiedlung – Flucht – Integration und Heimatfindung der Bessarabiendeutschen, in Verbindung mit dem Dokumentationszentrum Verden und ihrer Wanderausstellung „Flucht – Vertreibung – Eingliederung“, heißt die Initiatorin Christa Hilpert -Kuch alle Freunde und Interessierte über Bessarabien, am Sonntag, dem 18. August 2019, herzlich willkommen.

Nach den Grußworten von Landrat Peter Bohlmann und den Herren des doz20 Verden, Harm Schmidt und Hans Jürgen Lange plant die Initiatorin eine Filmdokumentation über „Die Geschichte der Bessarabiendeutschen“ von der Ansiedlung bis zur Integration in Deutschland mit Schilderungen von Zeitzeugen.

Zum Schwätza bei Kaffee und Kuchen ist ausreichend Zeit eingeplant, so dass die Präsentationen des Dokumentationszentrums und die Verkaufsstände für Moldawische Weine und handgearbeiteten Geschenkartikel am Basar ausgiebig in Augenschein genommen werden können.

Mit musikalischen Heimatklängen aus Bessarabien verwöhnen die Musikprofessoren Tanja und Romeo Luchian aus Moldawien wiederholt die Freunde Bessarabiens. „Sie erleben (ohne Anmeldung) ein musikalisches Feuerwerk auf hohem Niveau , dass Sie auf keinen Fall versäumen sollten“, betont die Initiatorin Hilpert-Kuch aus Etelsen.

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Bessarabien-Tag am 18.08.2019 in Verden/Aller

Ein herzliches Willkommen an alle Freunde Bessarabiens

Bessarabien-Tag in Verden/Aller mit dem Thema: Umsiedlung – Flucht – Integration – Heimatfindung

Mit dabei: Die Wanderausstellung des Dokumentationszentrums Verden über: „Flucht – Vertreibung – Eingliederung“

Bessarabien-Tag am 18.08.2019
in Haags Hotel Restaurant Niedersachsenhof, Lindhooperstr. 97, 27283 Verden

ohne Anmeldung, von 13.00 – 17.30 Uhr
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Begrüßung und Einleitung durch die Initiatorin: Christa Hilpert-Kuch.

Grußworte Landrat Peter Bohlmann und die Herren Harm Schmidt und Hans-Jürgen Lange vom doz20, Verden.

Im Anschluß folgt eine Filmvorführung über 60 Minuten, mit dem Titel: „Die Geschichte der Bessarabiendeutschen“.

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Pause

zum Schwätza bei Kaffee und Kuchen, der Wanderausstellung „Flucht+Vertreibung+Eingliederung“, Verkaufsstände mit Weinen aus Moldawien, handgearbeiteten Geschenkartikeln, Kochbuchverkauf für „Bessarabische Spezialitäten“                    

Nach der Kaffeepause berichten Zeitzeugen über ihre Integration in Deutschland und im Landkreis Verden/Aller.

Familie Luchian.

Den musikalischer Rahmen der Veranstaltung bilden die bekannten Musikprofessoren Tanja und Romeo Luchian aus Moldawien. Sie begleiten uns mit wohltuenden Heimatklängen aus Bessarabien. Ein musikalisches Feuerwerk, dass Sie nicht versäumen dürfen!

Voraussichtliches Ende der Veranstaltung ca. 17.30 Uhr

Bessarabiendeutsche Sitten: CDU Landtagsabgeordneter referierte in Verden

Christa Hilpert-Kuch

Bessarabiendeutsche-Sitten und Gebräuche- Themen-Adventsveranstaltung im Hotel Niedersachsenhof in Verden/Aller,

am 3. Advent 2016

Im Dez. 2016, von Christa Hilpert-Kuch

 

Mehr als 120 Personen folgten der Einladung zur Themenveranstaltung über bessarabiendeutsche-Sitten und Gebräuche im einstigen Bessarabien nach Verden.
Viele neue bessarabiendeutsche Nachkommen aber auch Bessarabien – Interessierte aus dem weiteren Umfeld des Landkreises nahmen an der Veranstaltung teil.

In ihrem Vortrag über bessarabiendeutsche-Sitten und Gebräuche verband die Initiatorin, Christa Hilpert-Kuch, die Weihnachtszeit mit zwei besonderen Tatsachen, welche die maßgeblichen Voraussetzungen bei der raschen Entwicklung und Bildung der geltenden Bessarabiendeutschen-Sitten und Gebräuche darstellten.

Es waren die für die deutschen Kolonisten geltenden Ansiedlungsvorschriften einer ausländischen Kolonie und und ihre streng religiöse Grundhaltung der eingewanderten Pietisten aus Deutschland.
Die Kirche war der Hüter und das Machtzentrum, sodass sich bessarabiendeutsche-Sitten und Gebräuche aus der Urheimat Deutschland in Bessarabien entfalten konnten und zu diesem festen Gemeinschaftswesen führte.
Für ein sicheres und friedliches Zusammenleben mit anderen Völkerschaften war dieser Sachverhalt die wichtigste Säule und stand in enger Verbindung mit dem Kreislauf des Lebens, dem bäuerlichen Arbeitsjahr oder mit dem Ende des Kirchenjahres an Weihnachten.
Das Lebensglück im Gemeinwesen der Kolonistendörfer wurde für den Einzelnen vorrangig durch den monetären Status seiner Herkunftsfamilie bestimmt und stellt für Hilpert-Kuch in vielen erzählten Erinnerungen den wesentlichen Unterschied dar.
Sie würde es sehr begrüßen, wenn sie vermehrt in die Lebensgeschichten der weniger Betuchten, der Abseitsstehenden, aber eigentlichen breiten bessarabischen Bevölkerungsmasse, der so gepriesenen „Tüchtigen und Frommen Leute“, des Bauern und Handwerkervolkes schauen dürfte.

Bessarabiendeutsche-Sitten und Gebräuche

Informationen darüber bittet sie über: www. bessarabien.blog oder an hilpert1@gmx.de.

Stärker als Gesetzesparagraphen prägen „Sitten und Gebräuche“ Lebensformen und wirken im Zusammenleben der Völker  bestimmend.
So nehmen Wertevorstellungen religiöser Menschen eine wichtige gesellschaftliche Rolle ein.
In dem so arbeitsreichen Leben der Familien in Bessarabien waren die Weihnachtsfeiertage ein ganz besonderer Höhepunkt.
Die Vorfreude auf ihr schönstes Fest des Jahres half das für die große Mehrheit schwere Leben zu ertragen und über so manches Leid innerhalb des Jahres hinweg. Dann konnte man ausruhen und die Verwandten besuchen, gutes Essen kochen und Kekse für die Liebsten backen. Dafür wurde wirklich in vielen Häusern gespart! Wenigstens an Weihnachten wollte man füreinander da sein. Man machte gern Ausflüge mit dem Pferdeschlitten und Besuche von Haus zu Haus. Aber vor allem war es ein Fest für ihre in großer Anzahl vorhandenen Kinder. Wenngleich das Angebot an Spielzeug nicht so reichhaltig war und so aufwendig wie bei uns, so gab es doch viele Dinge die ein Kinderherz erfreuten. Puppen, Tiere aus Porzellan und Stoff, Wiegen, kleine Möbel und vieles mehr…
Für den kleinen Buben von vier bis sechs Jahren sei das Reitpferd der höchste Wunschtraum gewesen. Mit großer Ausdauer und Liebe wurde so ein Pferd entweder vom Vater selbst oder unter Mithilfe eines geschickten Bastlers aus Holz gefertigt und dann mit Kalbsfell bezogen.
Ebenfalls echt waren die Kammhaare.

Bessarabiendeutsche-Sitten und Gebräuche

Seit vielen Jahren bestehen zu dem heutigen Bessarabien der Westukraine und Moldawien freundschaftliche Beziehungen.
Viele Hilfsprojekte und kulturelle Initiativen wurden von der Seite der Bessarabiendeutschen ins Leben gerufen.

Beispielhafte Projekte sind unter anderen:
Die Wiederherstellung der Kirche von Albota und Sarata, auch der Dom in der Steppe genannt, oder der Aufbau und die Eröffnung des interaktiven Friedenstaler Bauernmuseums. Seit Neuestem und nicht zu vergessen, der Umbau des Elternhauses von und durch Dr. Edwin Kelm zu einer Diakoniesozial- und Krankenstation, mit einer großen Einweihungsfeier im Oktober 2016 für Friedenstal.
Moldawien hat heuer nach 25 Jahren eine gelunge dauerhafte und zuverlässige Beziehungen zur Europäischen Union aufgebaut.

Nur allzu gern würde die Ukraine den gleichen Weg einschlagen. Das ganz westlich gelegene Bessarabien ist immer noch ein sicheres Reiseland, trotz der Unruhen im Osten.

Das kleine Orchester im Hotel Niedersachsenhof unter Leitung von Helmut Schulz, mit Elisabeth Moritz an der Gitarre, Christa Hilpert-Kuch an der Mundharmonika, Erwin Becker an der Trompete und Helmut Schulz an der Harmoschka sorgte im Laufe des Nachmittags immer wieder mit weihnachtlichen Klängen für festliche Stimmung.
Nach dem gemeinsamen Lied „Ihr Kinderlein kommet“ richtete die Inintiatorin Hilpert-Kuch die Aufmerksamkeit der Teilnehmer auf den Gastredner: „Adrian Mohr“.

Die Ansprache über bessarabiendeutsche-Sitten und Gebräuche des CDU-Landtagsabgeordneten Adrian Mohr bildeten den Mittelpunkt dieser Veranstaltung.

Mohr gab sich als bessarabiendeutscher Nachfahre zu erkennen.
Seine Heimatgemeinde in Bessarabien ist Neu Borodino. Der Politiker kam in Begleitung seiner aus Bessarabien abstammenden Mutter und las aus den Kindheitserinnerungen über „Weihnachtliche Sitten und Gebräuche“ der Bessarabiendeutschen von Christian Fiess.

Die Zuhörer erfuhren von Mohr über bessarabische-Sitten, dass die Weihnachtszeit eine ereignisreiche und geheimnisvolle Zeit war. Bereits im Oktober seien Gänse und Schweine für das Fest geschlachtet worden. Im Dezember wurde wirklich einen ganzen Monat mit dem großen Backofen gebacken und gekocht. In jedem Haus duftete
es nach Weihnachten, denn bis zu 15 Sorten Beigeles wurden in der Weihnachtsbäckerei hergestellt.
Einen Adventskranz hätten die Bessaraber damals nicht gehabt. Die Weihnachtsgeschenke von „Doda und Döde“, den Paten, wurden von den Kindern sehnsüchtig erwartet.

Auf den Tannenbaum wollte man aber nicht verzichten.
Der Anblick des glanzvoll geschmückten Weihnachtsbaumes in der Kirche oder Zuhause verzauberte die Kindergesichter und ließ diese hell erstrahlen.
Das erscheinen des Christkinds mit seinem weißen Kleid und Schleier war der Höhepunkt des Heiligen Abends und wurde sehnlichst herbeigesehnt, denn er läutete die Bescherung ein.
Rasselnde Kettengeräusche draußen vor der Haustür trieben so manchem Kind große Schauder über den Rücken.                                                                                       Es war der gefürchtete Pelzmärte – „ein wirklich roher Geselle“. Den braven Kindern legte  der Äpfel und Nüsse unter das Fenster. Erst wenn die Kinder seinen Besuch unbeschadet überstanden hatten konnten sie aufatmen und sich mit großer Freude ihren Geschenken und all den Kostbarkeiten, wovon man das ganze Jahr geträumt hatte, hingeben.
Der erste Weihnachtstag sei geprägt von Gottesdienst und Krippenspiel der Schüler gewesen. Am zweiten und dritten Weihnachtstag besuchte man sich gegenseitig und bewirtete die Gäste mit allem, was das jeweilige Haus hergab.

Im Rahmen ihrer Arbeit als Delegierte des Bessarabiendeutschen Vereins informierte und warb Christa Hilpert-Kuch, als Dozentin an der Volkshochschule, für die Teilnahme an zwei Kochkursen für Bessarabische Spezialitäten, wie Strudla und Peffersoß und Dampfnudla und Krautkartoffelsalat, im März 2017, in der Küche der Kreisvolkshochschule www.kvhs-verden.de, Verden/Aller.