Gottes-Wort

Gottes-Wort

Gottes-Wort-Schwarzes Gold.   Die Schwarzerde  in  Bessarabien

Gottes-Wort   -Teil 2-

Bis in die kleinsten Belange ihres Lebens, hatten sich die deutschen Gemeinden in Bessarabien auf das „Gottes-Wort“ eingerichtet. Im Mittelpunkt stand gleich am Anfang der Besiedlung Bessarabiens, das liebende Gebot „an seinem Nächsten“.       Ein Verbot war es „Lügen zu verbreiten wider seines Nächsten“ und eine weitere „die Trunksucht“. Dieses führte zum Ausschluss eines jeglichen Amtes in den deutschen Kolonien, leider nur in Bessarabien.

Machtmissbrauch

Eine Sünde an Gottes-Wort, war der Machtmissbrauch mit Bedrohungen um seines eigenen Vorteils willens. Ein weitere die Verschwendungssucht, welche zur Entrechtung der Person führte. Auch gebot ihnen das Gottes-Wort aus ihrer Bibel, ihrem Nächsten in seiner Not beizustehen, ihm zu helfen sein Vermögen zu erhalten und zu vermehren. Einer für alle, alle für einen. Diese Grundwerte bewahrten ihr Gemeinschaftswesen vor dem Verfall und schützte die Verletzlichsten in der Fremde.      War die eigene Arbeit getan, so half man ganz selbstverständlich seinem Nächsten. Ganz in diesem Sinne, sorgten sie auch für ihre Witwen, Waisen und Kranken. Zum Schutze elternloser Kinder setzte die Gemeinde einen Pfleger für ihre Vermögensverwaltung ein. Ebenso solidarisch verhielt sich die gesamte Gemeinde bei Ausbruch eines Feuers. Diese half nicht nur beim Löschen, sondern auch beim Wiederaufbau des geschädigten Eigentums. Selbst die Kosten für die Wiederherstellung des entstandenen Schadens, wurde von der Gemeinschaft getragen. Dennoch war ihr Leben nicht nur von Arbeit und Beten geprägt. Großes Vergnügen und immer eine willkommene Abwechslung an langen Winterabenden oder an den Sonn- und Feiertagen, waren ihre geselligen Zusammenkünfte in ihren Häusern. Mehrstimmiger Gesang und erbauliche Unterhaltungen bestärkten und ermutigten sie.

Nächstenliebe

Das gelebte „Gottes-Wort“ führte in Bessarabien zu einem Sozialwesen, das seinesgleichen suchte! So war gastfreie Nächstenliebe nicht nur ein Lippenbekenntnis, sondern eine gelebte Selbstverständlichkeit.  In Not geratene Mitmenschen, auch anderer Nationalität, wurden wie enge Verwandte in ihren Häusern aufgenommen, bewirtet und beherbergt. Mit ihrer aus dem Großdeutschen Reich mitgebrachten Bibel,  legten die Einwanderer auf Einladung der Zarin Katharina der Großen und ihres Enkels Zar Alexander I. zur Besiedlung nach Russland, den Grundstein für ein nach christlichen Richtlinien funktionierendes Sozialleben. Das Gottes-Wort trug die bessarabiendeutschen Kolonien über fünf Generationen, durch alle Höhen und Tiefen. Das Gottes-Wort beherrschte ihr Denken, ihre Weltanschauung und prägte ihren Charakter.

Die Welt in der Krise

Gegenwärtig sehen wir die Erde mit ihren Menschen in großen Nöten. Über eine Covit-Pandemie, ab dem Jahre 2019, stürzte die Welt bis heute im Jahre 2022, in eine tiefe Krise. Die Menschheit ist ratlos! Eine kontinuierliche Werte-Anpassung an unsere neuen Lebensumstände, durch die in der Pandemie gewonnenen Erfahrungen, ist für eine zukünftige Normalität von Nöten. Insbesondere in unserer nordwestlichen Welt! Ein Wandel mit den richtigen Lehren – in eine umgestaltete Zukunft nach der Pandemie- Welt-Krise, ist für den Erhalt unseres Planeten Erde mit seiner Menschheit, unumgänglich!

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Wort-Gottes

Wort Gottes

Bessarabien. (Teil 1) wort-gottes. Die Einwanderer aus dem großdeutschen Reich waren stets eng mit dem „Wort Gottes“ verbunden. In dem Lebenslauf meines Vorfahren Johann Adam Kuch, geb. am 23. November 1798 in Entringen Baden Württemberg, beschreibt er seine Kindheit und den Weg seiner Einwanderung über Polen nach Bessarabien.  Von fünf Generationen aufbewahrt und weitergereicht, befinden sich heute seine Aufzeichnungen in meinen Händen. Von frommen Wünschen über ein Leben in der Gottes Gemeinschaft wurde er vom „Heiligen Geist“ geführt .

Über allen christlichen Gemeinschaften der Bessarabiendeutschen, schwebte der Geist Gottes und wurde zum Segen für seine Menschen. Mit großer Klarheit machten sie sich an das Werk. Nach dem „wort-gottes“ „ihrer Überzeugung“, organisierten sie sich in völliger Freiheit ihrer russischen Regierung. Dabei durfte niemand aus ihren Gemeinden  bei den Gottesdiensten fehlen. An den Sonn- und Feiertagen nachmittags und abends – sowie an den Mittwoch- und Samstagabenden, wurde „Stunde“ gehalten. Ganz besonderen Wert legten sie auf eine christliche Erziehung ihrer Kinder. In den Anfängen ersetzte in vollem Umfange die Bibel, das Lesebuch und die Fibel in ihren Kirchenschulen .

Zucht und Ordnung, oberstes Gebot

Es war ihnen ein Anliegen, gute Christen im „Wort Gottes“ zu schulen und zu unterrichten. In den Anfängen lehrten sie vorrangig Religion. Den ganzen Katechismus, ein Übermaß an Bibelsprüchen und Kirchenliedern, dieses alles musste von den Kindern auswendig gelernt werden. Zucht und Ordnung war ihr oberstes Gebot und das „wort-gottes“, das Maß aller Dinge in ihrem gesamten kirchlichen und bürgerlichen Leben. In ihrer Nachfolge Christi eiferten die Kolonisten mit großer Ernsthaftigkeit. Dadurch herrschte ein hohes Maß an Ehrlichkeit in ihren Kolonien- und nur ein geringes Maß an Verfehlungen waren durch diesen Zustand in ihren Gemeinden zu beklagen. Das „deutsche Wort“ der bessarabiendeutschen Bevölkerung, wurde von den anderen Völkerschaften in Bessarabien hoch geachtet. Mit einem Handschlag auf dieses „Deutsche Wort“, besiegelten sie auf den Märkten ihre Verkaufsabschlüsse.

Kam es zu Verfehlungen in den deutschen Kolonien, waren hohe Bestrafungen unumgänglich. Dazu gehörten zum Beispiel: Diebstahl, Unehrlichkeit, Alkoholsucht, Faulheit, Ehebruch und sittliche Vergehen. Bei Nichtachtung des dritten Gebotes „du sollst den Feiertag heiligen“, drohten empfindliche Strafen. Deshalb war auch das Tanzen an Sonn- und Feiertagen verboten. Du sollst nicht Ehebrechen -„das sechste Gebot“- wurde bei einem Vergehen mit hohen Geldstrafen belegt. Eine daraus erfolgte Trauung wurde ohne Schleier und Blumenschmuck vollzogen. Ihre kirchliche Ordnung und Lehre, wurde mit großer Genauigkeit in allen Gemeinden betrieben.

Bank für die Sünder

Eine Sündenbank, die sogenannte „Schwarze Bank“ befand sich ganz vorn im Altarraum ihrer Kirchen. Diese dort stehende, verbreitete bei den Gläubigen stets Unbehagen. Nach Übertretungen gleich welcher Art, mussten die Angeklagten m/w/d mit dem Gesicht zur Gemeinde gewandt, auf dieser Bank Platz nehmen. Mit einem großen Transparent vor der Brust, auf welchem ihre Verfehlung in großen Lettern geschrieben stand, verbüßten sie in großer Scham, an einem oder mehreren sonntäglichen Gottesdiensten, ihre Strafe. Alle Augen waren auf den Übeltäter vorn auf der Sündenbank gerichtet. Zudem wurde auch noch während der Messe die Verfehlung öffentlich geschildert. So geschah dieses, zur Warnung an alle, mit großem Erfolg.