Privilegien

Privilegien werden eingeschränkt und aufgehoben

Wachsender Deutschenhass, besonders gegen die in Russland lebenden Deutschen, entwickelte sich ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

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Die zugesagten Privilegien der Einwanderer und ihr wirtschaftlicher Aufschwung brachten den deutschen Kolonisten viel Neid und Hass durch die russische Bevölkerung ein.

Die Aufhebung ihrer bei der Ansiedlung zugesagten Rechte wurden im Jahre 1871 aufgehoben und schon im Jahre 1874 die allgemeine Wehrpflicht auf die Deutschen ausgedehnt. Die besondere Lage der Deutschen in Russland verschlechterte sich und hatte eine Auswanderungswelle zur Folge. Viele Familien begaben sich auf Übersee zur Weiterwanderung nach Nord- und Südamerika.

Mit der Ermordung Alexanders II. im Jahre 1881 und der Thronbesteigung Alexanders III. (1881-1894) begann die Russifizierung der deutschen Kolonien. Die deutschen Volks- und Zentralschulen werden verstaatlicht und die russische Unterrichtssprache eingeführt. .

Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges, am 1. August im Jahre 1914, dienten die deutschen Kolonisten in der russischen Armee und wurden trotzdem zu Feinden des Russischen Reiches erklärt.

Im Februar 1915 beschließt die russische Regierung die Liqudiationsgesetze zur Enteignung des deutschen Grundbesitzes und im Juli das Schließen aller deutschen Schulen. Ein Versammlungs- und Sprachverbot der deutschen Sprache in der Öffentlichkeit sowie im kirchlichen Raum tritt in Kraft. Nur durch die Revolutionsgeschehnisse und den schneereichen Winter wird die Mitte Januar 1917 geplante Deportation der Bessarabiendeutschen in die Weiten Sibiriens verhindert. Die bereitgestellten Waggons für den Abtransport der Deutschen wurden abgezogen.

Im April 1917 findet ein erster gesamtdeutscher Kongress in der Geschichte der Deutschen in Russland zur Gründung eines Zentralkomitees aller Russlanddeutschen statt. Die Wiedereröffnung der deutschen Schulen findet im Mai des Jahres 1917 statt.

Im Januar 1918 besetzt rumänisches Militär Bessarabien und eine Angliederung Bessarabiens an Rumänien, vorerst als regionale Autonomie, erfolgt im April 1918. Mit dem Bukarester Friedensvertrag erfolgt der endgültige Anschluss Bessarabiens an Rumänien.

Die UDSSR erkannte die Ansiedlung Bessarabiens an Rumänien nicht an.

Der rumänische Staat führte eine eigene Landreform durch, bei der Grundbesitz über 100 Hektar enteignet wurde. Veränderungen in vielen Bereichen sollten folgen.

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Volkstum und Glaube der Bessarabiendeutschen

125 Jahre waren Volkstum und Glaube die prägenden Lebensgrundlagen der Bessarabiendeutschen.

Ein harter Lebensalltag mit großen Entbehrungen besonders der ersten Generationen prägten das Wesen der Kolonisten in der zur Heimat gewordenen fremden, oft feindlichen Welt. .

Prägende Lebensgrundlagen der Deutschen in Bessarabien

Mit dem Aufgeben und dem Loslassen ihrer deutschen Heimat, der Verabschiedung aus ihren Dörfern, Städten, von Nachbarn, Freunden und Verwandten blieb nur die Erinnerung an die Heimat und der Schutz des Höchsten. So wurde ihnen deutsches Volkstum zu einem tiefen und unumstößlichen Bestandteil in der Fremde.

Mit der Zusage auf freie Religionsausübung, immerwährende Befreiung vom Militärdienst und dem Gebrauch der Muttersprache folgten die Aussiedler dem Ruf des Zaren nach Bessarabien wie in das gesamte Schwarzmeergebiet als Pioniere in eine nahezu unbewohnte Steppe.

In ihrem Aufbruch sahen sie auch eine religiöse Aufgabe, da sie größtenteils der festen Überzeugung waren, dass der Zar ein Fürsprecher ihres allmächtigen Gottes sei, welcher sie nie im Stich lassen würde.

Schutzlos und auf sich selbst gestellt, in einer baumlosen Steppe, waren sie Krankheiten, Seuchen, Tod und unbeschreiblichem Leid ausgesetzt.

Der harte Kampf mit großen Defiziten auf allen Gebieten in der neuen Heimat ließen sie hart und unerbittlich gegen sich selbst werden. Härteste Arbeit bis zum Umfallen und mit den minimalistischen Mitteln das maximalste Ergebnis erzielen war zu ihrem Schicksal geworden. Für die Schwachen unter ihnen, war kein Platz und gereichte nicht zum Überleben. „Dem Ersten der Tod, dem Zweiten die Not und erst dem Dritten das Brot“

Ihre besondere Art und ihre Charaktere entwickelten sich aus dem aus der Urheimat mitgebrachten Erbe und dem aufgebürdeten Schicksal in der Fremde.

Diesem besonderen Menschenschlag gelang das schier Unmögliche , „sie wuchsen über sich hinaus“! Schon bald nahmen sie in jeglicher Hinsicht eine Vorbildfunktion in Bessarabien ein.

In ihrer neuen Heimat, dem Vielvölkerstaat Bessarabien blieben sie unter sich. Sie lebten bibelfest, deutsches Volkstum und wurden so zu einem festen Bestandteil Bessarabiens. Mit ihren verschiedenen Mundarten aus der deutschen Heimat, ob es das Schwäbische, Hessische oder das Platt des Nordens war, gründeten sie über 150 deutsche Kolonien.

Russen, Moldowaner, Rumänen, Bulgaren, Juden, Griechen und die umgebenden Völker respektierten und akzeptierten sie. Da sie die Religionen und Sprachen der umgebenden Völkerschaften nicht kannten, schlossen sie sich untereinander immer enger zusammen.

Volkstum und Glaube wurde ihr Heil in der Fremde

Durch ein eingerichtetes Fürsorgekomitee mit eigener Verwaltung und einer abgrenzenden Sonderstellung wurde ein Menschenschlag geschaffen, der nichts kannte als Arbeit und nach der Reinhaltung des Glaubens zu leben und zu streben. Glaube und Sprache gehörten von Anbeginn untrennbar zusammen und blieben lebensbestimmend. Das es zu keinen Mischehen kam, war der Hinsicht geschuldet, dass alle umgebenden Völker einem anderen Glauben anhingen.

Ein neues Bewusstsein einem anderen Volkstum anzugehören, stellte sich erst um 1860 durch den plötzlich neu verordneten Militärdienst und die Einführung der russischen Sprache in den deutschen Kolonistenschulen ein. Dieses führte zu Veränderungen und großen Herausforderungen bis zu ihrer Umsiedlung im Jahre 1940

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