Silvester in Bessarabien

Silvester in Bessarabien

In Bessarabien war es Sitte, dass sich Junge und Alte nach dem Silvestergottesdienst, bei Freunden und Nachbarn zusammenfanden, um die noch verbleibenden Stunden des alten Jahres, im Rückblick des Jahresverlaufes, in mehr oder weniger ernster Stimmung zu verbringen. Kurz vor zwölf Uhr fand man sich bei der Kirche zusammen um dem Silvesterlied gespielt vom Posaunen- oder Kirchenchor zu lauschen. Die zwölf Schläge der Kirchenuhr und der Klang der Glocken tönten durch die kalte Winternacht.

Mit Freudigkeit und Fröhlichkeit wünsche man sich gegenseitig ein „glückliches und Neues Jahr“, in der Hoffnung, daß das Undefinierbare einer Bedrohlichkeit als Fremde in Russland und später unter rumänischer Herrschaft nicht eintreffen möge.

Silvester in Bessarabien

Besonders die älteren Menschen nahmen diesen Übergang des Jahreswechsels von Jahr zu Jahr ernster als die jungen. Schon allein der letzte Gottesdienst im alten Jahr war Zeuge ihrer Haltung.

Mochten ihre Kirchen an Weihnachten noch so gefüllt, bzw. überfüllt gewesen sein, so sah man zur Silvesterpredigt so manches Gesicht in der Kirche das über das gesamte Jahr gefehlt hatte.

Nach dem Einläuten des Neuen Jahres durch die Kirchenglocke zog relativ bald wieder Stille über das Dorf herein.

Es sei denn, dass aus dem Vielvölkerstaat mit anders gearteten Neujahrssitten, ein paar nimmermüde noch da und dort ein Ständchen bringen mussten. http://www.bessarabien.blog/silvester-in-bessarabien/

© 2017 Christa Hilpert-Kuch
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