Volkstum und Glaube der Bessarabiendeutschen

125 Jahre waren Volkstum und Glaube die prägenden Lebensgrundlagen der Bessarabiendeutschen.

Ein harter Lebensalltag mit großen Entbehrungen besonders der ersten Generationen prägten das Wesen der Kolonisten in der zur Heimat gewordenen fremden, oft feindlichen Welt. .

Prägende Lebensgrundlagen der Deutschen in Bessarabien

Mit dem Aufgeben und dem Loslassen ihrer deutschen Heimat, der Verabschiedung aus ihren Dörfern, Städten, von Nachbarn, Freunden und Verwandten blieb nur die Erinnerung an die Heimat und der Schutz des Höchsten. So wurde ihnen deutsches Volkstum zu einem tiefen und unumstößlichen Bestandteil in der Fremde.

Mit der Zusage auf freie Religionsausübung, immerwährende Befreiung vom Militärdienst und dem Gebrauch der Muttersprache folgten die Aussiedler dem Ruf des Zaren nach Bessarabien wie in das gesamte Schwarzmeergebiet als Pioniere in eine nahezu unbewohnte Steppe.

In ihrem Aufbruch sahen sie auch eine religiöse Aufgabe, da sie größtenteils der festen Überzeugung waren, dass der Zar ein Fürsprecher ihres allmächtigen Gottes sei, welcher sie nie im Stich lassen würde.

Schutzlos und auf sich selbst gestellt, in einer baumlosen Steppe, waren sie Krankheiten, Seuchen, Tod und unbeschreiblichem Leid ausgesetzt.

Der harte Kampf mit großen Defiziten auf allen Gebieten in der neuen Heimat ließen sie hart und unerbittlich gegen sich selbst werden. Härteste Arbeit bis zum Umfallen und mit den minimalistischen Mitteln das maximalste Ergebnis erzielen war zu ihrem Schicksal geworden. Für die Schwachen unter ihnen, war kein Platz und gereichte nicht zum Überleben. „Dem Ersten der Tod, dem Zweiten die Not und erst dem Dritten das Brot“

Ihre besondere Art und ihre Charaktere entwickelten sich aus dem aus der Urheimat mitgebrachten Erbe und dem aufgebürdeten Schicksal in der Fremde.

Diesem besonderen Menschenschlag gelang das schier Unmögliche , „sie wuchsen über sich hinaus“! Schon bald nahmen sie in jeglicher Hinsicht eine Vorbildfunktion in Bessarabien ein.

In ihrer neuen Heimat, dem Vielvölkerstaat Bessarabien blieben sie unter sich. Sie lebten bibelfest, deutsches Volkstum und wurden so zu einem festen Bestandteil Bessarabiens. Mit ihren verschiedenen Mundarten aus der deutschen Heimat, ob es das Schwäbische, Hessische oder das Platt des Nordens war, gründeten sie über 150 deutsche Kolonien.

Russen, Moldowaner, Rumänen, Bulgaren, Juden, Griechen und die umgebenden Völker respektierten und akzeptierten sie. Da sie die Religionen und Sprachen der umgebenden Völkerschaften nicht kannten, schlossen sie sich untereinander immer enger zusammen.

Volkstum und Glaube wurde ihr Heil in der Fremde

Durch ein eingerichtetes Fürsorgekomitee mit eigener Verwaltung und einer abgrenzenden Sonderstellung wurde ein Menschenschlag geschaffen, der nichts kannte als Arbeit und nach der Reinhaltung des Glaubens zu leben und zu streben. Glaube und Sprache gehörten von Anbeginn untrennbar zusammen und blieben lebensbestimmend. Das es zu keinen Mischehen kam, war der Hinsicht geschuldet, dass alle umgebenden Völker einem anderen Glauben anhingen.

Ein neues Bewusstsein einem anderen Volkstum anzugehören, stellte sich erst um 1860 durch den plötzlich neu verordneten Militärdienst und die Einführung der russischen Sprache in den deutschen Kolonistenschulen ein. Dieses führte zu Veränderungen und großen Herausforderungen bis zu ihrer Umsiedlung im Jahre 1940

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